Kommentar : Nicht sitzen bleiben

uwe_westdoerp

shz.de von
04. September 2018, 16:00 Uhr

Warum nicht mal etwas Neues wagen, wenn es auf alten Pfaden nicht vorangeht? So gesehen, hat die von Sahra Wagenknecht initiierte Sammlungsbewegung durchaus Charme. Auch ist es eine gute Idee, Menschen im Internet zum Mitmachen zu bewegen, um sich breite Legitimität zu verschaffen.
Es gibt aber auch große Schwächen. So ist zunächst nicht erkennbar, wie stark der Einfluss der Bewegung sein wird. Eine Partei will sie (noch) nicht sein. Das heißt, sie kann ihren Einfluss nur indirekt entfalten, indem sie Debatten beeinflusst. Da wünscht man Ausdauer beim Bohren dicker Bretter.
Aber auch das wäre ja schon ein Erfolg: den Parteien Beine zu machen. Wie wichtig das ist, zeigt allen voran die SPD, die sich erneuern will, aber nicht von der Stelle kommt. Das ist umso bedauerlicher, als Deutschland mit dem Aufstieg der AfD einen starken Rechtsruck erlebt. Dass die traditionell streitlustige Linke nicht mal in solch einer Lage Einigkeit demonstriert, ist ein Trauerspiel. Zeit, dass sich was ändert.

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