Dellings Arena : Neuer Bayern-Trainer: Nico Kovac braucht ein Händchen für Robben und Ribery

Arjen Robben und Franck Ribery: Zwei Ausnahmespieler, die in die Jahre gekommen sind, aber immer noch den Unterschied ausmachen können.
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Arjen Robben und Franck Ribery: Zwei Ausnahmespieler, die in die Jahre gekommen sind, aber immer noch den Unterschied ausmachen können.

Kovac hat bereits bewiesen, dass er Altstars gut in ein Mannschaftsgefüge integrieren kann. Wie wird es mit „Robbery“?

shz.de von
14. April 2018, 13:22 Uhr

An dieser Stelle sollte es diesmal eigentlich ausschließlich um „Robbery“ gehen. Also um Arjen Robben und Franck Ribery, die beiden Altstars des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München, die ihre Verträge jeweils um ein Jahr bis 2019 verlängern werden. Eigentlich – denn nun kommt aktuell eine weitere, alles andere als unwichtige Personalie hinzu: Niko Kovac wird neuer Bayern-Trainer.

Es wird spannend zu beobachten sein, ob sein Engagement beim Branchenprimus zur Erfolgsgeschichte wird. Mitentscheidend, so viel steht fest, ist Kovac’ Umgang mit „Robbery“. Zwei Ausnahmespieler und -charaktere, die in die Jahre gekommen sind, aber immer noch den Unterschied ausmachen können. Der 35-jährige Ribery geht in sein zwölftes Bayern-Jahr, der nur einige Monate jüngere Robben in sein zehntes.

Kovac hat bei seinem aktuellen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt bereits eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Händchen für eigenwillige Altstars hat. Er machte Kevin-Prince Boateng zum Führungsspieler, obwohl sich dessen Karriere schon dem Ende entgegenzuneigen schien. Boateng ist 31 Jahre alt, sicherlich nicht fitter als Robben und Ribery – aber das einstige Enfant terrible brilliert in dieser Saison im Frankfurter Mittelfeld.

Für Kovac dürfte es eine Riesenerleichterung sein, dass er in der kommenden Saison noch auf die Klasse von „Robbery“ zurückgreifen kann. Und doch muss der Coach auch den Umbruch weiter vorantreiben. Die älteste Mannschaft der Bundesliga – im Durchschnitt 27,9 Jahre – benötigt dringend weiteres hochqualifiziertes Personal, das seine besten Jahre noch vor sich hat.

Die entscheidenden Fragen werden lauten: Hat Kovac, natürlich in Abstimmung mit der Clubführung, beim Griff ins oberste Spielerregal ein glückliches Händchen? Und: Kann er mit einer Mannschaft umgehen, die ausnahmslos aus Stars und Sternchen besteht?

In jedem Fall ist die Verpflichtung des Ex-Bayern-Profis der plausible Versuch, eine neue Zukunftsvision aufzubauen. Die Erfolgschancen steigen, wenn es Kovac gelingt, die besonderen Typen Robben und Ribery für seine Ideen zu begeistern – möglicherweise auch über deren Karriereende hinaus.

Der TV-Moderator Gerhard Delling beleuchtet für den sh:z das aktuelle Sportgeschehen.

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