Mehr Einsätze : Neue Rettungswache für Elmshorn?

In der Elmshorner Rettungswache  wird es eng.
In der Elmshorner Rettungswache wird es eng.

Ein Anbau an das bisheriges Gebäude ist nicht möglich. Die Verwaltung will erst Grundlagen ermitteln.

shz.de von
01. September 2018, 14:00 Uhr

In der Elmshorner Rettungswache herrscht Platzmangel. Rettungsdienst und Kreisverwaltung halten deshalb einen Neubau der Wache für sinnvoll. „Durch die stetig wachsende Zahl an Einsätzen und die damit verbundene Erhöhung der Fahrzeughaltung, sind die Personal- und Fahrzeugkapazitäten am jetzigen Standort der Rettungswache Elmshorn am Limit“, so die Kreisverwaltung in einer Vorlage.

Bis zum Jahr 2009 seien in der Wache ein Noteinsatzfahrzeug (NEF) und vier Rettungswagen (RTW) sowie Reservefahrzeuge und 33  hauptamtliche Mitarbeitern beziehungsweise 25,36  Vollkräfte untergebracht gewesen. Im vergangenen Jahr waren es laut Verwaltung bereits ein NEF, drei RTW und zwei Krankentransportwagen (KTW) zuzüglich Reserve und 60 hauptamtliche Mitarbeiter beziehungsweise 34,36 Vollkräfte. Der Grund: Aufgrund des Bevölkerungszuwachses und der größeren Zahl älterer Menschen, ist die Zahl der Einsätze von der Rettungswache Elmshorn allein von 2005 bis 2016 um 35,3 Prozent auf jährlich 14 820 geklettert.

Betrieben wird die Wache von der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH). Von deren 31  Wachen ist die Elmshorner die mit der zweithöchsten Auslastung. Im Durchschnitt rücken die Fahrzeuge dort mindestens 40 Mal pro Tag aus. „Die Jahreswerte liegen jeweils über der Einsatzzahl der Rettungswachen in Uetersen und Wedel zusammen. Im primären Einzugsgebiet der Wache Elmshorn leben über 70 000 Menschen, Tendenz steigend“, so die Verwaltung.

Laut Kreisverwaltung gibt es bis 2025 einen Bedarf von fünf zusätzlichen Stellplätzen. Aufgrund einer seit August 2017 geltenden Vorschrift (DIN 13049) für den Bau von Rettungswachen, sei eine Erweiterung des bisherigen Gebäudes nicht möglich.

Die RKiSH möchte gern am bisherigen Standort bleiben. „Die geografische Situation auf dem Gelände des Klinikums beziehungsweise an der Agnes-Karll-Allee ist heute nach wie vor ein einsatztaktisch sehr günstiger Standort“, heißt es in einem Schreiben an die Kreisverwaltung.

Die Verwaltung rechnet auch nach 2025 mit einem weiteren Platzbedarf der Wache. Das müsse bei der Planung berücksichtigt werden. Einen Platz für ein neues Gebäude hat die Verwaltung bereits im Visier: „Da die Errichtung eines Neubaus den laufenden Betrieb der Rettungswache nicht stören sollte, ist ein Neubau nur auf der Fläche des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes möglich.“ Von der Stadt Elmshorn gebe es keine Bedenken. Die RKiSH schätzt die Kosten für den Neubau einer Wache mit zehn Stellplätzen auf 3,3 Millionen Euro. Bauherr wäre der Kreis Pinneberg. Der würde dann das Gebäude über 25 Jahre an die RKiSH vermieten.

Zuvor möchte die Kreisverwaltung die Planungsleistung zur Grundlagenermittlung ausschreiben. 80 000 Euro werden dafür veranschlagt. Darüber entscheidet am 12.  September der Kreistag. 

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