Neue Planung für Offshore-Windenergie

Neue Flächen in Nord- und Ostsee nur in der Nähe bestehender Windparks

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28. Juni 2019, 21:02 Uhr

Hamburg | Die Bundesanstalt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat gestern in Hamburg den Flächenentwicklungsplan für die Windenergie auf Nord- und Ostsee veröffentlicht. Damit ist nach einem langwierigen Verfahren unter der Beteiligung von Industrie- und Umweltverbänden nunmehr festgelegt, auf welchen Flächen künftig Windenergie-Anlagen errichtet werden dürfen. Die Behörde geht dabei von einem Ausbau der Offshore-Windenergie auf 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 aus. Sollte dieser politisch definierte Ausbaudeckel auf 20 Gigawatt angehoben werden, was angesichts der verstärkten Aufmerksamkeit für den Klimaschutz durchaus möglich scheint, so sind auch dafür bereits entsprechende Reserveflächen vorgesehen.

Die neuen Flächen für Windparks liegen überwiegend dort, wo schon Windräder stehen und Anschlussmöglichkeiten an Konverterstationen gegeben sind, um den Strom an Land zu transportieren. Das BSH hat vor allem Flächen nördlich der ostfriesischen Inseln Juist und Borkum ausgewiesen, sowie noch weiter nordwestlich davon, sehr weit draußen auf See. Durch 19 Leitungen in der Nordsee und zehn in der Ostsee soll der Strom zum Verbraucher fließen.

Eine umstrittene Fläche in der Nähe der Insel Sylt wurde zum Schutz der seltenen Seetaucher aus dem Plan herausgenommen; zwei weitere bereits bebaute Flächen werden überprüft, wenn sie in einigen Jahrzehnten zur Neubebauung anstehen.

„Die Aufstellung des Flächenentwicklungsplans leistet einen wichtigen Beitrag für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende“, sagte die Präsidentin des BSH, Karin Kammann-Klippstein. „Er schafft die Grundlage für einen geordneten Ausbau der Windenergie auf See und der zugehörigen Netzanbindungen.“

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