Neue Heimat für 5000 Bienen

Der Imker Edmund Schulze (hinten, von links) sowie die Nawi-Lehrer Ronny Lindner und Katrin Malutzki halfen den Schülern, die Bienenschwärme einziehen zu lassen.
Der Imker Edmund Schulze (hinten, von links) sowie die Nawi-Lehrer Ronny Lindner und Katrin Malutzki halfen den Schülern, die Bienenschwärme einziehen zu lassen.

„Die Honigmacher“ an der Tornescher Klaus-Groth-Schule betreuen einen Insektenschwarm

shz.de von
11. Juli 2018, 16:05 Uhr

Ein Schwarm von 5000 Bienen hat im Innenhof der Klaus-Groth-Schule ein neues Zuhause gefunden. 14 AG-Teilnehmer im Alter von zehn bis zwölf Jahren kümmern sich um das Wohlergehen der honigsammelnden Insekten.

Ausstaffiert mit Imker-Schutzbekleidung und umschwärmt von Honigbienen, setzten die Fünft- und Sechstklässler der AG „Die Honigmacher“ sieben Bienenköniginnen in ihre neuen Bienenkästen. Im Vorfeld hatten sie die „Beuten“ nach eigenen Ideen bemalt. „Die Königin wird per Behältnis reingesetzt, das mit Futter abgedichtet ist“, erklärt Naturwissenschaftslehrer Ronny Lindner. In Begleitung ihres Hofstaats, der Ammenbienen, futtern sie sich in die Freiheit. „Die übrigen Bienen nehmen den Königinnenduft wahr und laufen ihr in den Kasten nach“, so der Biologe.

„Auf den Einzug der Bienen haben sich die Schüler schon seit Monaten vorbereitet“, erläutert Schulleiter Andreas Waldowsky. „Im Winter haben sie sich umfangreiches Wissen zu den Bienen, zu ihrer Nahrung, zum Aufbau von Bienenvölkern erworben und wissen, warum Bienen heute so sehr gefährdet sind.“ Auch die beiden betreuenden Nawi-Lehrer Lindner und Katrin Malutzki bilden sich für das Projekt fort. „Wir absolvieren parallel unsere Imkerausbildung und haben Kurse an der Imkereischule in Bad Segeberg besucht“, erzählt Lindner.Finanzier des Projekts ist der Imkerbund Bad Segeberg, er stellt die Beuten, die Schutzanzüge und die Bienen kostenlos zur Verfügung. Und auch der Imkerverein Tornesch ist involviert: Mit Edmund Schulze haben die Schüler einen erfahrenen Imker an ihrer Seite, der ihnen beim Umgang mit den Bienen hilft. Je zwei Schüler betreuen ein Volk. „Die AG-Teilnehmer sind nicht nur interessiert, sondern auch zuverlässig, denn sie müssen Verantwortung für die Tiere übernehmen“, so Biologielehrer Lindner. Elif ist fasziniert davon, das Zusammenspiel von den Bienen und ihrer Königin live mitzuerleben und nicht wie sonst nur im Fernsehen. Kübra sagt: „Ich interessiere mich sehr dafür, wie die Bienen Honig sammeln.“ AG-Kollegin Emily findet es toll, dass dabei verschiedene Honigsorten entstehen, von Raps- bis Waldhonig. Till bringt schon Fachwissen mit, denn in seiner Familie gibt es bereits einen Imker. Andere Kinder profitieren persönlich von ihren neuen Kenntnissen: Lennox ist früher oft gestochen worden, doch jetzt weiß er, wie er mit den Bienen umgehen muss. Und Henry, der richtig Angst vor Bienen hatte, konnte seine Phobie ablegen.


Bienenvolk besteht aus bis zu 50 000 Tieren

Mit 5000 Bienen startet die Klaus-Groth-Schule erst einmal klein, denn ein ganzes Volk hat 30 000 bis 50 000 Tiere. Nach dem Einzug in die Beuten suchen die Insekten in den Gärten nach Nektar und Pollen, vergrößern ihren Schwarm und machen ihn stark. Geplant ist eine Verkostung des Waben-Honigs. Wenn es gut läuft, wird über eine mögliche Erweiterung im Folgejahr entschieden, auch über das Schleudern von Honig.

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