Neue Energie für den Endspurt

Entschlossener Blick: Der siebenfache Flensburger Torschütze Rasmus Lauge kommt frei zum Wurf.
Entschlossener Blick: Der siebenfache Flensburger Torschütze Rasmus Lauge kommt frei zum Wurf.

Handball-Bundesliga: SG Flensburg-Handewitt besiegt die MT Melsungen souverän mit 30:24 und bleibt Tabellenführer

petersen-holger-20170914-75r_5620 von
16. Mai 2019, 21:24 Uhr

Flensburg | Das Siegerlächeln ist zurück: Die SG Flensburg-Handewitt hat auf ihrem Weg zum Meistertitel eine große Hürde schadlos übersprungen und drei Spieltage vor Ultimo neues Selbstvertrauen für den Endspurt getankt. Der Spitzenreiter der Handball-Bundesliga besiegte gestern den Tabellenfünften MT Melsungen mit 30:24 (14:8) und rangiert zwei Punkte vor dem spielfreien Verfolger THW Kiel.

„Die Abwehr war heute überragend, der Torhüter hat funktioniert und der Tempogegenstoß klappte super“, meinte ein glücklicher Maik Machulla nach dem überraschend glatten Gang gegen die Hessen. Dass es hier und da Probleme im Angriff gab, störte den SG-Trainer wenig. „Wir gehen unseren Weg weiter.“

Bekommen die Flensburger das Nervenflattern? Das war die zentrale Frage im Spiel eins nach der Derbyniederlage in Kiel, die für reichlich Spannung im Meisterrennen gesorgt hat. Doch von Anspannung, Angst vorm Verlieren oder Nervosität war beim deutschen Meister in der ausverkauften Flens-Arena nichts zu spüren. Machulla hatte im Vorwege einen Mix aus Leidenschaft, Spaß und Lockerheit von seinen Spielern gefordert – seine Worte wurden erhört.

Auch ohne ihren Kapitän und emotionalen Leader Tobias Karlsson, der wegen eines maladen Rückens nur als Motivator und Ratgeber auf der Bank saß, stand die 5:1-Deckung von Anpfiff an wie eine Wand. Und dahinter erwies sich Torbjörn Bergerud, der überraschend den Vorzug vor Benjamin Buric erhalten hatte, als großer Rückhalt. 5:1 (7.), 7:2 (15.), 14:8 (30.) – die sehr fokussiert auftretende SG hatte schnell alles im Griff.

Anders die Melsunger, im vergangenen Jahr noch das Zünglein an der Waage im Titelkampf und mit ihrem Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen der Wegbereiter des SG-Triumphes. Die harmlosen Gästen hatten bis auf ein paar „Müller-Mätzchen“ und einige Simic-Paraden wenig zu bieten und waren auch in der zweiten Halbzeit weit davon entfernt, den Stolperstein 2.0 zu geben. Über 18:9 (34.) und 21:11 (40.) steuerte die SG, bei der Johannes Golla im Abwehrzentrum eine starke Partie gegen seinen ehemaligen Club ablieferte, problemlos ihrem 23. Bundesliga-Heimsieg in Folge an.

„Unsere Abwehr war heute bärenstark“, bilanzierte der starke Bergerud (39 Prozent gehaltener Bälle). Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Linkshänder Holger Glandorf wegen Schulterschmerzen nicht eingesetzt werden konnte. Erst als die Flensburger in der Schlussphase fleißig durchwechselten und die Deckungsarbeit vernachlässigten, gestaltete sich das Ergebnis ein wenig erträglicher für die Gäste.

Kleine, aber nicht unbedeutende Randnotiz: Die SG kann seit gestern auch rechnerisch nicht mehr von den drittplazierten Rhein-Neckar Löwen überholt werden und hat damit das Ticket für die kommende Champions-League-Saison gebucht. Das soll’s aber in Sachen Ausbeute noch nicht gewesen sein. Noch drei Schritte bis zum Ziel – die Meisterkrone ist zum Greifen nah.


SG Flensburg-Handewitt: Bergerud , Buric (n. e.) – Karlsson (n. e.), Golla (3), Hald (n. e.), Glandorf, Svan (1), Wanne (n. e.), Jeppsson, Jöndal (10/5), Steinhauser (4), Zachariassen (1), Johannessen, Gottfridsson, Lauge (7), Röd (4).

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic – Maric (3), Lemke (3), Reichmann, Ignatow, Kunkel (2), Mikkelsen (1/1), Danner (2), P. Müller (1), Schneider (4), Allendorf (2/1), Birkefeldt (2), M. Müller (2), Sidorowicz (2), Pavlovic.

Schiedsrichter: Loppaschweski/ Blümel (Berlin).

Zuschauer: 6300 (ausverkauft).

7m: 5:3 – Zeitstrafen: 2:7.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen