Neue Chance für Rolf Lammert

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Christdemokrat kann mit Unterstützung der SPD Bürgermeister werden / Gemeinderat in Bönningstedt blickt auf turbulente Wahlperiode

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07. Mai 2018, 15:45 Uhr

In Bönningstedt stehen die Zeichen auf Wechsel. Die CDU hat Boden gutgemacht und in der Kommunalwahl gestern 38,5 Prozent geholt. Das bedeutet sieben Sitze in der Gemeindevertretung. Die BWG kommt auf 41,2 Prozent und ebenfalls sieben Sitze. Die SPD erreichte 20, 3 Prozent und drei Sitze.

Bürgermeister Peter Liske (BWG) zeigte sich trotzdem zufrieden: „Wir haben trotz eines aufwändigen Wahlkampfes unserer Mitbewerber das beste Ergebnis“, fasste Liske zusammen. Für die Bürgermeisterwahl sei die Fraktion bereit, mit beiden Konkurrenten zu sprechen. „Dass wir die meisten Stimmen erhalten haben, betrachten wir aber als klaren Auftrag“, sagte Liske.

In Feierlaune waren die Christdemokraten. „Wir sind mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Wir haben jetzt die selbe Zahl an Sitzen wie die BWG“, lautete das Fazit von Rolf Lammert (CDU). Er dankte seinem Team: „Wir haben mit jungen Leuten gekämpft, Nächte zusammengesessen und trotzdem nicht ein Mal jemanden der anderen Fraktionen persönlich angegriffen.“ Er blickte nach vorne: „Für ein neues Bönningstedt, in dem die Menschen zusammen kommen. Das haben wir in den letzten fünf Jahren hier verloren.“

Ob Lammert neuer Bürgermeister wird, entscheidet sich während der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 21. Juni. Dabei setzt er auf die Unterstützung der Sozialdemokraten: „Da kann ich drauf zählen.“ Dennoch sei er ein gebranntes Kind. „Ich möchte so etwas wie vor fünf Jahren nicht nochmal erleben“, betonte Lammert.

Die Gemeindevertretung in Bönningstedt hat turbulente Zeiten hinter sich. Der neugegründete Ortsverband der Grünen holte 2013 aus dem Stand fast 17 Prozent. „Keine Stimme für Peter Liske“, hieß es damals. Lammert schien gute Chancen zu haben, da auch aus der SPD Unterstützung signalisiert wurde. Doch es kam anders.

Zunächst war unklar, wie die Sitze im Gemeinderat verteilt würden. Ein CDU- und ein BWG-Politiker lagen gleichauf. Das Los hätte entscheiden müssen. Eine Neuauszählung ergab jedoch, dass der CDU-Kandidat vorne lag. Kurioses am Rande: In einer Bönningstedter Wahlurne lag ein Stimmzettel aus Hasloh.

In der folgenden Gemeinderatssitzung hätten CDU, Grüne und SPD Lammert zum Bürgermeister machen können. Doch es gab Abweichler und ein mehrfaches Patt zwischen Liske und Lammert. Das Los entschied und Liske wurde erneut Bürgermeister.

Im März platzte dann die nächste Bombe. Trotz Traumergebnis in der vergangenen Kommunalwahl entschieden die Grünen, nicht wieder anzutreten. Sie kritisierten das vergiftete Klima im Gemeinderat.

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