zur Navigation springen

Nach Randale-Nacht: Flüchtlinge kommen nicht zu Vorladungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 00:32 Uhr

Nur ein „Lampedusa-Flüchtling“ ist der Aufforderung nachgekommen, sich bei der Hamburger Ausländerbehörde zu melden. 19 von ihnen hatte die Polizei für gestern vorgeladen, sagte der Sprecher der Behörde, Norbert Smekal. Am Vorabend hatte es gewaltsame Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten vornehmlich aus dem linken Spektrum gegeben, weil die Polizei derzeit vor allem Farbige vorübergehend in Gewahrsam nimmt, um ihre Identität festzustellen. Bei seiner Anhörung gab der Flüchtling an, wieder nach Italien ausreisen zu wollen. Smekal zufolge muss er Deutschland nun binnen 14 Tagen verlassen. Per Fax hätten gestern mehrere Flüchtlinge beantragt, aus humanitären Gründen bleiben zu dürfen. Die Anträge werden geprüft. Auch für heute seien Vorladungen ausgesprochen worden. Sollten die Flüchtlinge ihre Namen nennen und sagen, woher sie kommen, erhalten sie laut Innenbehörde bis zur endgültigen Klärung ihres Falles eine Unterkunft, medizinische Versorgung und Verpflegung. „Wir hoffen auf eine Sogwirkung - dass andere Flüchtlinge nachziehen, wenn sie hören, wie das Verfahren abläuft“, sagte Behördensprecher Frank Reschreiter. Die „Lampedusa-Flüchtlinge“ verlangen eine Gemeinschaftslösung ohne Prüfung der Einzelfälle.

Die Polizei kündigte an, die Kontrollen fortzusetzen. Im Schanzenviertel war es am Dienstagabend zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Rund 1000 Menschen hatten nahe des links-alternativen Kulturzentrums Rote Flora gegen die Flüchtlingspolitik des Senats und die Kontrollen der Polizei protestiert. Dabei flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten, diese setzten Pfefferspray ein. Drei Demonstranten wurden wegen Körperverletzung festgenommen, sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen