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Nach dem großen Sturm – Das ganze Land räumt auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Orkan „Christian“ richtet Schäden in zweistelliger Millionenhöhe an / Zugverkehr rollt heute wieder normal

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Der erste Herbststurm des Jahres hat Geschichte geschrieben: Mit nie zuvor gemessenen Windgeschwindigkeiten von bis zu 191 Kilometern pro Stunde raste er übers Land. Laut Deutschem Wetterdienst war „Christian“ einer der stärksten Stürme in den vergangenen 30 Jahren. Aber erst am Tag danach ist das Ausmaß der Zerstörung deutlich geworden.

Nach einer Schätzung der obersten Forstbehörde hat der Sturm 300 000 Kubikmeter Holz in den Wäldern geworfen oder gebrochen. Folge: „Beim Betreten der Wälder besteht wegen der zahlreichen entwurzelten und abgeknickten Bäume Lebensgefahr“, warnt Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Deshalb sei ein absolutes Betretungsverbot der Wälder in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Rendsburg Eckernförde erlassen worden.

Auch Häuser und Autos im ganzen Land sind betroffen, die Schäden liegen in zweistelliger Millionenhöhe. „Die Telefone stehen nicht mehr still“, sagte Heiko Wischer, Sprecher der Provinzial Versicherung. „Kunden stehen zum Teil sogar Schlange vor unseren 140 Agenturen.“ Neben abgedeckten Dächern, beschädigten Autos oder umgeworfenen Bäumen habe die Provinzial auch einige Großschäden zu regulieren.

Der Zugverkehr war gestern weiter stark behindert. „Mehrere Tausend Mitarbeiter sind im Einsatz, um umgestürzte Bäume von den Gleisen zu holen und beschädigte Oberleitungen zu reparieren“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Heute sollen die Verbindungen wieder aufgenommen werden.

Landesweit rückten Helfer mehr als 3600 Mal aus. „So viele Einsätze hatten wir noch nie, das war ein Extremsturm“, sagte Lothar Gahrmann vom Landespolizeiamt. Die Regionalleitstelle Nord in Harrislee war zeitweise derart überlastet, dass die Wehren in den Ämtern des Kreises Schleswig-Flensburg auf sich allein gestellt waren. Für Jörg Elias, den Wehrführer von Westerland, hatte die Insel Sylt hingegen Glück im Unglück: Der Sturm sei war zwar heftig gewesen, habe aber weniger Schaden auf der Insel hinterlassen als seinerzeit der Orkan Anatol. Mit über 100 Einsätzen waren die Inselwehren am Montag trotzdem schwer beschäftigt. Auch die Küstenschützer sprechen von einem vergleichsweise glimpflichen Ausgang für die Insel: „Wir haben Glück gehabt, die Westküste sieht besser aus als erwartet“, sagte Manfred Ueckermann vom Landschaftszweckverband (LZV). Seite 15
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