Werner-Rennen in Hartenholm : Mit Video: Brösels Revanche, 80 Bands und viel Bölkstoff

„Er hat keine Chance mit seiner Salatschüssel“ – sagt Comic Zeicher Rötger Feldmann (Brösel, links). „Wir werden sehen“ – entgegnet Holger Henze (Holgi, rechts) ganz souverän.
„Er hat keine Chance mit seiner Salatschüssel“ – sagt Comic Zeicher Rötger Feldmann (Brösel, links). „Wir werden sehen“ – entgegnet Holger Henze (Holgi, rechts) ganz souverän.

Comiczeichner Brösel hofft auf einen Sieg bei der Neuauflage des legendären „Werner-Rennens“ auf dem Flugplatz.

shz.de von
04. Juli 2018, 19:35 Uhr

Hartenholm | Nach 30 Jahren will Comiczeichner Rötger Feldmann alias Brösel bei der Neuauflage des legendären „Werner“-Rennens Anfang September in Schleswig-Holstein eine Revanche gegen seinen Kumpel Holger Henze (Holgi). „Ja, ich gewinne“, sagte Brösel am Dienstag auf eben jenem Flugplatz Hartenholm, wo er 1988 dem 911er Porsche des Wirts mit seinem „Red Porsche Killer“ unterlag. „Das Motorrad ist einfach viel schneller“, gibt sich der Zeichner kämpferisch. Wenn alles klappe, habe Holgi keine Chance „mit seiner Salatschüssel“. Kontrahent Henze wiegelte ab: „Wir werden sehen.“

2018: „Und paff ist der nächste Gang drin.“ Brösels Bruder Andi hat in monatelanger Arbeit die Schaltung optimiert.
Kay Müller
2018: „Und paff ist der nächste Gang drin.“ Brösels Bruder Andi hat in monatelanger Arbeit die Schaltung optimiert.

Die Veranstalter des viertägigen Festivals vom 30. August bis 2. September rechnen mit rund 50.000 Fans. Ein umfangreiches Verkehrskonzept soll verhindern, dass der Verkehr ähnlich wie 1988 zum Erliegen kommt. Die Bundesstraße 206 wird für sechs Tage voll gesperrt, eine Ausweichstrecke eingerichtet. Mehr als 250 große Tafeln und auch LED-Schilder sollen Autofahrer bereits auf den Autobahnen leiten.

Das erste Rennen vor mehr als 200.000 „Werner“-Fans hatte Brösel 1988 auf eben jenem Flugplatz wegen eines Schaltfehlers gegen Henze verloren. Auch eine erste Neuauflage 2004 auf dem Lausitzring entschied der Wirt für sich. Damit das dieses Mal nicht wieder passiert, hat Brösel mit Bruder Andi Änderungen an der Motorrad-Eigenkonstruktion vorgenommen. Sie verfügt über vier Horex-Motoren mit je 40 PS. Testfahrten stehen aber noch aus. Auch Henze hat seinen Porsche getunt, spricht gestern offiziell von rund 400 PS, die sein Wagen dank des gewechselten Motors an den Start bringen wird. Die Strecke selbst fällt mit 250 Metern eher kurz aus.

1988:  Der „Red Porsche Killer“ wird auf dem Flugplatz Hartenholm vorbereitet. Im Hintergrund der Porsche.
Wulf Pfeiffer, dpa
1988: Der „Red Porsche Killer“ wird auf dem Flugplatz Hartenholm vorbereitet. Im Hintergrund der Porsche.

Um das eigentliche Rennen herum versprechen die Veranstalter Europas größtes Motorsport-Event. Acht Rennserien, vier Rennstrecken sind geplant. Rund 1100 Teilnehmer wollen unter anderem beim Drag Race oder dem Traktor-Pulling an den Start gehen. Auch Motocross steht auf dem Programm. Dazu werden bereits knapp 400 Lkw-Ladungen Sand dorthin gebracht.

Mehr als 80 Bands wollen rundherum für die passende musikalische Begleitung sorgen, darunter BAP, Fury in the Slaughterhouse, Santiano und natürlich Torfrock („Beinhart“). Der Comedian Matze Knop soll auf dem Festival moderieren. „Werner war in meiner Jugend ein großes Thema“, sagte er. „Ich rocke die vier Tage voll durch.“ Für Brösel hat er einen Tipp: „Es wird wichtig sein, dass er im Rennen so startet, dass er eine Chance hat.“ Rund um den Flugplatz werden Zeltplätze eingerichtet.

1988 hatten Brösel und sein Kumpel mit dem legendären Rennen für große Begeisterung gesorgt. Allerdings hatte dieses Event aufgrund der größtenteils motorisierten Zuschauer die gesamte Region nördlich von Hamburg auch reichlich in Chaos gestürzt. Mehr als 200.000 „Werner“-Fans waren letztlich dabei und tranken reichlich Bölkstoff.

Doch der eigentliche Höhepunkt der Feierlichkeiten geriet arg kurz. Binnen weniger Sekunden hatte Wirt Henze seinen Freund geschlagen. Pech hatte der Comiczeichner auch 2004 bei einer ersten Neuauflage. Während Holgi in seinem Porsche über den Lausitzring brauste, blieb Brösel aufgrund technischer Probleme mehrmals nach wenigen Metern stehen.

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