„Mit 29 darf man nicht aufhören“

Wedeler Weinfest bleibt vom Unwetter verschont / Lokalmatadorin Aurelia Hahn ist neue Weinkönigin / Heute noch einmal geöffnet

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12. Mai 2018, 16:00 Uhr

„Das ist schon bombig heute“, sagte Helga Roth am Donnerstagabend. Zusammen mit ihrer Tochter Heike war sie in diesem Jahr erstmals für das Wedeler Weinfest verantwortlich. Die beiden Frauen setzten fort, was Nikolaus Roth, der im November vergangenen Jahres verstorben ist, auf die Beine gestellt hatte. „Die Tradition soll erhalten bleiben. Mein Vater hätte sich sehr darüber gefreut“, sagte Heike Roth. Ihre Mutter musste allerdings erst von Helge Cramer, einem Freund der Familie, überzeugt werden. „Wir feiern heute auch in Gedenken an Nikolaus“, sagte er bevor er die Besucher bat, ihre Gläser auf den Weinfest-Initiator zu erheben.

„Wir haben bewusst nichts verändert und auf das bewährte Konzept gesetzt“, erläuterte Heike Roth. Neun Winzer präsentierten vor dem Wedeler Rathaus ihre Rebensäfte. „Die Winzer sind alles Leute, die mit anpacken. Sie sind hoch professionell. Ich sehe mich ja eher als Weinfest-Azubine“, sagte Heike Roth. Seit Januar hatte sie mit ihrer Mutter und Cramer an der Organisation gearbeitet. „Sie hat das für ihre Premiere sehr gut gemacht“, sagte Helga Roth und ergänzte: „Ich selbst habe schon immer ein bisschen gemacht, aber es ist doch anders, wenn man selbst die Verantwortung trägt.“ Es sei irrsinnig viel zu organisieren, zu beantragen und zu beachten.

„Ich bin froh, dass das Wetter gehalten hat. Es ist zwar umgeschwungen im Vergleich zu den tollen letzten Tagen, aber zumindest ist es trocken geblieben“, sagte Helga Roth am Eröffnungstag. Während im nördlichen und östlichen Kreis Pinneberg die angekündigten Unwetter für überflutete Keller und Starkregen sorgten, fiel in Wedel nicht ein Tropfen. „Da haben wir ja bis zum Ende gebangt“, gab Helga Roth zu.

„Es freut mich besonders, dass Helga und Heike Roth das Weinfest in diesem Jahr organisiert haben“, sagte Winzersprecher Linus Lorsbach aus dem Guldental in Rheinland-Pfalz. Er gestand aber ein: „In die Freude mischt sich Wehmut über den Tod von Nikolaus Roth. Er hätte das diesjährige Fest sicherlich gern organisiert und auch das kommende, wenn das Weinfest zum 30.  Mal stattfindet.“ Mittlerweile habe sich die Veranstaltung in Wedel etabliert. „Es ist eine feste Größe und man trifft sich hier“, sagte Lorsbach. Sein Appell an die Besucher: „Nutzen sie die Möglichkeit, ihren neuen Lieblingswein zu verkosten und zu entdecken. Ich wünsche uns allen eine feucht-fröhliche, aber friedvolle Zeit.

Weinkönigin ist seit Donnerstag mit Aurelia Hahn mal wieder eine gebürtige Wedelerin. Vorgängerin Brenna Fearey überreichte der Studentin des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen an der Universität Hamburg ihre Insignien. „Ich liebe Wein und war immer auf dem Weinfest. Ich habe im letzten Jahr Freundinnen animiert bei der Wahl der Prinzessin mitzumachen und dann bin ich es selbst geworden“, sagte Hahn. An ihrer Seite steht Sandra Lüpping, die im kommenden Jahr dann Weinkönigin werden soll. „Ich wollte schon immer mal Prinzessin sein“, sagte die Mitarbeiterin des Diakonievereins Migration.

„Nächstes Jahr feiern wir das 30. Fest“, wagte Helga Roth bereits einen Ausblick. „Mit 29 darf man nicht aufhören“, bekräftigte Cramer. Nur Heike Roth war noch nicht komplett überzeugt: „Meine Mutter hat schon angekündigt, sich kommendes Jahr zurückzuziehen und ich hatte noch keine Zeit, in Ruhe darüber nachzudenken.“

Heute startet das Wedeler Weinfest um 16 Uhr in seinen dritten und letzten Tag. Von 16 bis 23 Uhr wird DJ Merlin Grüttner auflegen. Gegen 18 Uhr wird der Gewinner der Wedeler Weinroute bekanntgegeben. Die Winzer schließen ihre Stände um Mitternacht.

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www.weinfest-wedel.de

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