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Minister droht mit Aus für umstrittenes Stadtregionalbahn-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadtregionalbahn (SRB) im Großraum Kiel steht offenbar vor dem Aus. Komme bis zum Jahresende kein „klares Zeichen“ für das Vorhaben aus den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde und der Stadt Neumünster, „dann hat das Projekt keine Zukunft“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern in Kiel. Alle Beteiligten müssten hinter dem Projekt stehen, dessen Kosten auf rund 400 Millionen Euro geschätzt werden.

Vor allem Neumünster hat angesichts der Kosten für das Projekt und seiner guten Anbindung an das Schienennetz bisher abgewunken. Widerstände gibt es angesichts der erwarteten laufenden Kosten für eine SRB jedoch auch in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde. Für die Grünen ist die SRB ein Prestigeprojekt. Doch auch hier gibt es Absetzbewegungen. Die Fraktionschefin im Landtag, Eka von Kalben, geht inzwischen davon aus, dass das Projekt in dieser Legislaturperiode „nicht mehr gebaut wird. Das tut uns Grünen weh. Aber so ist nun mal die Realität“, sagte von Kalben in einem Interview der Kieler Nachrichten. Die SRB komme nur, wenn alle sie wollen.

Meyer kündigte für die nächsten Jahre zugleich weitere Verbesserungen im Nahverkehr an. Dazu allerdings müsse der Bund seine Regionalisierungsmittel deutlich aufstocken. Derzeit erhalten die Länder 7,5 Milliarden Euro; Schleswig-Holstein ist mit 227 Millionen Euro dabei. Für die kommenden Jahre fordern die Länder rund 8,5 Milliarden Euro, dazu eine jährliche Steigerung von 2,8 statt bisher 1,5 Prozent. Meyer, derzeit Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, begründete die Forderung mit steigenden Kosten etwa für die Nutzung von Schienentrassen und Bahnhöfen, für Energie und Personal.

Zusammen mit dem Geschäftsführer der landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS), Bernhard Wewers, legte der Minister die Nahverkehrsbilanz 2013 für Schleswig-Holstein vor. Tenor: Immer mehr Menschen steigen in Regionalzüge ein, die Zufriedenheit mit den Angeboten steigt. Mit den Stürmen Christian und Xaver und wegen Bauarbeiten liefen jedoch nur noch 91,8 Prozent der Nahverkehrszüge fahrplanmäßig im Bahnhof ein.

Rund 145 000 Menschen nutzten im vergangenen Jahr einen der täglich 1500 fahrenden Nahverkehrszüge. Die Zahl der Personenkilometer stieg von 1,692 Milliarden auf 1,728 Milliarden. Das sind 30 Prozent mehr als vor zehn Jahren. „Dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg mit dem Nahverkehr im Land sind“, sagte Meyer. „Die Menschen entscheiden sich bewusst dafür, das Auto stehen zu lassen.“

Zum Winterfahrplan treten einige bereits angekündigte Verbesserungen in Kraft. Ziel der Operation ist es, die wegen des Ausbaus der A 7 befürchteten Verkehrsbehinderungen auf der Straße in Grenzen zu halten. So sollen etwa die Züge auf der Strecke Kiel-Hamburg künftig im Halbstundentakt fahren, von Flensburg nach Hamburg soll es ab Dezember stündlich eine durchgehende Verbindung geben.

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