Mindestens 50 krebserregende Stoffe

Zigarettenstummel im Meer vergiften Meerestiere und gelangen so in die Nahrungskette

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07. Juni 2019, 12:59 Uhr

Über die Auswirkungen von weggeworfenen Zigarettenstummeln auf die Umwelt sprach Jana Walther mit Prof. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Wie lange dauert es, bis ein Zigarettenstummel abgebaut wird?
Zigarettenstummel bestehen aus Cellulose-Acetat. Entgegen langläufiger Meinung bauen sich die Zigarettenstummel in der Natur leider nicht sehr schnell ab, sondern sind ziemlich langlebig - und zwar über viele Jahre. Dabei verkleinern sie sich zwar, aber damit tragen sie gleichzeitig auch zur Partikelbelastung, also zum Beispiel zur Mikroplastik-Problematik der Meere bei.


Welche Schadstoffe lassen sich in den Kippen nachweisen?
Es gibt eine ganze Reihe von Schadstoffen in den Zigarettenstummeln. Laut der World Health Organization hat man bislang mehr als 7000 verschiedene Chemikalien im Tabak und im Tabakrauch nachgewiesen, wovon viele giftig für die Umwelt und mindestens 50 krebserregend sind. Je nachdem, wie weit die Zigaretten heruntergeraucht werden, sind diese Schadstoffe dann in den Zigarettenstummeln in entsprechenden Konzentrationen zu finden.


Warum sind die Überreste so gefährlich für die Meere?
Wenn Zigarettenstummel in das Meer gelangen, werden diese selbst oder daraus entstehende Partikel von den Meeresorganismen mit Nahrung verwechselt. Dadurch gelangen die Schadstoffe zum Beispiel in die Meeresorganismen und vergiften diese.

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