Angepasstes Sicherheitskonept : Mehr Polizisten auf der Kieler Woche

Polizisten sichern die Eröffnungsfeier der Kieler Woche – wegen der hohen Terrorgefahr müssen viel mehr Leute im Einsatz sein als früher.

Polizisten sichern die Eröffnungsfeier der Kieler Woche im vergangenen Jahr – wegen der hohen Terrorgefahr müssen viel mehr Leute im Einsatz sein als früher.

Riesen-Sandsäcke, Beton-Absperrungen, Polizeiposten und mobile Wachen. Kiel geht bei der KiWo auf Nummer sicher.

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07. Juni 2018, 21:03 Uhr

Kiel | Mit noch etwas mehr Einsatzkräften als im Vorjahr will die Polizei auf der Kieler Woche (16. bis 24. Juni) für die Sicherheit der Besucher sorgen. „Wir haben eine so hohe Präsenz, dass wir glauben, jederzeit intervenieren zu können, wenn irgendwo etwas passiert“, sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz im Vorfeld des Sommerfests. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen.

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Gemeinsam mit der Stadt Kiel hat die Polizei ihr bereits 2017 erprobtes Sicherheitskonzept angepasst. Dazu gehören rund 400 Riesen-Sandsäcke, Beton-Absperrungen, zwölf Polizeiposten und fünf mobile Wachen.

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Vor allem Besuchern von außerhalb werden die festen Kontrollpunkte in der Innenstadt auffallen, die den Verkehr rund um die Veranstaltungsflächen verlangsamen sollen. Besucher und Anwohner müssen im Innenstadtbereich mit Einschränkungen rechnen.

Es gebe Bereiche mit Durchfahrverboten für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und Stellen mit kompletten Fahrverboten, sagte Bauchrowitz. Die Rückmeldungen zu den Polizeiposten im vergangenen Jahr seien aber sehr positiv gewesen. „Die Menschen standen damals ja noch unter dem etwas zeitnäheren Eindruck des Anschlags vom Berliner Breitscheidplatz und die haben genau das auch erwartet: Dass Polizei sichtbar sein wird, auch wenn es bei einem Volksfest immer etwas martialisch aussieht.“ Bauchrowitz spricht von einer weiter abstrakt hohen Gefährdungslage.

„Man wird auch Polizisten in voller Montur mit Maschinengewehr sehen“

Die Gefahr eines Terroranschlags sei gleichwohl ungebrochen hoch. „Konkrete Anhaltspunkte für einen Anschlag gibt es aber nicht.“ Das im vergangenen Jahr umfangreich angepasste Sicherheitskonzept habe sich bewährt. Es habe sich in anderen Kriminalitätsbereichen ausgewirkt: Sogenannte Rohheitsdelikte und allgemeine Straftaten seien deutlich zurückgegangen. Sichtbare Präsenz will die Polizei erneut mit fünf mobilen Wachen zeigen.

„Wir werden wieder eine starke Polizeipräsenz haben, man wird auch Polizisten in voller Montur mit Maschinengewehr sehen“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Das habe bereits im vergangenen Jahr dazu geführt, dass sich die Besucher sicher gefühlt hätten und auch die andere Kriminalität, „die Taschendiebe, die Randalierer, die kleinen Schlägereien“, seien stark zurückgegangen.

Kämpfer hofft auf ein erneut friedliches, weltoffenes Fest. „Die Kieler Woche macht nur Sinn als ein fröhliches, entspanntes Sommerfest.“ Die Menschen sollten besonnen mit der Sicherheitslage in Zeiten des internationalen Terrorismus umgehen. „Denn Angst und Furcht und Chaos sind genau das, was die Terroristen erreichen wollen.“

Zu dem laut Veranstaltern größten Sommerfest Nordeuropas werden in diesem Jahr erneut rund drei Millionen Gäste erwartet.

(mit dpa)

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