Schleswig-Holstein : Mehr Komfort: Bahnhöfe im Land werden herausgeputzt

In die Jahre gekommen: Deshalb wollen Land und Bahn jetzt auch am Bahnhof Neumünster aktiv werden.

In die Jahre gekommen: Deshalb wollen Land und Bahn jetzt auch am Bahnhof Neumünster aktiv werden.

Das Land und die Deutsche Bahn investieren 74 Millionen Euro in Sanierung und Neubau.

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02. August 2018, 06:30 Uhr

Kiel | Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit auf Bahnhöfen in Schleswig-Holstein sollen verbessert werden. Dafür wollen das Land und die Deutsche Bahn bis 2025 60 Millionen Euro investieren. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung wurde am Mittwoch in Kiel unterzeichnet. 41 Stationen werden saniert. Für weitere 13,85 Millionen Euro werden zudem sieben neue Bahnhaltestellen gebaut.

Sieben neue Bahnhöfe

Zu den Bahnhöfen, die grundlegend erneuert und barrierefrei ausgebaut werden sollen, gehören etwa die Haltepunkte in Elmshorn, Neumünster, Westerland und Schwarzenbek. Ganz neue Stationen planen Land und Bahn in Bad Oldesloe-Ost, Eckernförde Süd, Lübeck-Moisling, Preetz (Krankenhaus und Nord) am Ostseepark Raisdorf in Schwentinental bei Kiel sowie in Büdelsdorf.

Ziel sei es, dadurch neue Fahrgäste zu gewinnen, die Auslastung des Nahverkehrs zu steigern und durch die Verlagerung von der Straße auf die Schiene auch Emissionen zu verringern, so die Unterzeichner der Vereinbarung, Bernhard Wewers, Geschäftsführer des Nahverkehrsverbundes nah.sh, und Bernd Koch, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG.

Land und Bahn teilen sich die Kosten

Das gesamte Finanzierungspaket teilen sich Land und Bahn je zur Hälfte. Bei Bahnhofsneubauten übernimmt das Land 75 Prozent der Kosten, bei Sanierungen 50 Prozent. Den Rest übernehmen Bund und Deutsche Bahn. Koch betonte: „Uns ist es wichtig, dass sich Reisende und Bahnhofsbesucher gerne bei uns aufhalten. Mit dem heute startenden Programm investieren wir daher in mehr Basisqualität.“

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte: „Mit modernen, barrierefreien und kundenfreundlichen Bahnhöfen sorgen wir dafür, dass Fahrgäste das Angebot wahrnehmen und gerne nutzen. Das stärkt den Nahverkehr im gesamten Land.“ Ist das Programm abgeschlossen, sollen 98 Prozent der Bahnhöfe barrierefrei sein, betonte Koch. Das wäre bundesweit spitze.

Nicht nur sanieren – auch pflegen

Ein Kommentar von Kay Müller

Natürlich ist das zunächst einmal eine gute Nachricht. Die Deutsche Bahn und das Land nehmen 74 Millionen Euro  in die Hand, um 41 von 178 Bahnstationen im Norden ganz oder teilweise zu modernisieren oder gar neu zu bauen. Das ist auch dringend nötig, denn Bahnreisende  wissen längst, dass viele Bahnhöfe  in einem schlechten Zustand sind. Hier wurde über Jahre geschlampt.

Der Bahnhof in Neumünster ist das beste Beispiel dafür. Laut einer Studie, die die landeseigene Gesellschaft nah.sh in Auftrag gegeben hat, ist der Bahnhof der schlechteste in Schleswig-Holstein. Und wir reden hier nicht über einen Provinzbahnsteig, sondern über einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte. Hier überlegen es sich die Fahrgäste dreimal, ob sie aus- oder umsteigen – oder eben gleich ein anderes Verkehrsmittel nutzen. Ein Problem für eine Regierung, die auch den öffentlichen Nahverkehr stärken will.

Es ist daher wichtig, dass Bahn und Land nicht nur Bahnhöfe modernisieren, sondern ihre Anlagen auch in den nächsten Jahren ausreichend pflegen. Und zwar so, dass die Leute sich dort zumindest nicht mehr unwohl fühlen. Auch dafür muss jetzt genügend Geld bereitgestellt werden. Nur dann werden mehr Leute auf die Bahn umsteigen – und so Umwelt und Straßen entlasten.

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