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Laute Tierschutz-Proteste: Zirkus-Artist stürzt ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Dramatische Szenen spielten sich bei der Premiere des Gastauftritts des Circus Carl Busch am vergangenen Freitagabend in Kiel ab. Draußen vor dem Zelt am Wilhelmplatz protestierten rund 50 Tierschützer lautstark mit Trommeln, Sirenen und Geschrei gegen die Aufführung, drinnen wurden Tiere und das Team unruhig. Bei einem lauten Protest-Schrei kam es nach Auskunft des Pressesprechers Reto Hütter während des Auftritts des spanischen Drahtseilkünstlers José Munoz zu einem Unfall. Als er über eine Flagge sprang – einer der schwierigsten Tricks – blieb Munoz hängen, stürzte ab und prallte unglücklich mit dem Kopf auf den Manegen-Boden. Einige Minuten war der junge Artist Hütter zufolge bewusstlos, kam in ein Krankenhaus. Hütter: „Er wurde aber am selben Abend auf eigenen Wunsch entlassen. Er hat ein paar Prellungen, aber keine schlimmen Verletzungen erlitten und viel Glück gehabt.“ Die Zuschauer waren entsetzt, die Artisten und Akrobaten brachten die Show dennoch professionell zu Ende.

Im Circus Busch allerdings ist der Ärger groß. „Die Proteste hatten mit einer Demonstration nichts mehr zu tun, das war Psychoterror“, schimpfte Reto Hütter gegenüber unserer Zeitung. „Die Tiere hatten Angst, die Künstler konnten sich nicht mehr konzentrieren, uns sind fast die Pferde durchgegangen bei der Lärm-Kulisse.“ Die Raubtier-Dompteurin hätte nicht gewusst, ob sie überhaupt auftreten sollte. Eine Stunde lang habe die Aktion der Tierschützer angehalten – „und die Polizei war völlig überfordert, nicht in der Lage, Ruhe zu schaffen“ so Hütter. Es sei ein „großer Skandal“ und eine Zumutung, dass das Ordnungsamt die Aktion genehmigt habe. Der Pressesprecher: „In meinen 28 Jahren beim Zirkus habe ich so etwas noch nicht erlebt.“

Im Internet feiern sich die Aktivisten für ihre gelungene Protestaktion.

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