Lange und kurze Wege

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08. Juni 2018, 09:30 Uhr

Da geht sie hin: Mit Aimée von Pereira verlässt ein weiteres großes sportliches Talent endgültig die hiesige Region. Die 18-jährige Handballerin, die auch im Jugend-Nationalteam eine feste Größe ist, legt gerade am Glückstädter Detlefsen-Gymnasium das Abitur ab. Mit der zu erwartenden sehr guten Note stehen ihr nun alle Wege offen.

Der Buxtehuder SV vor den Toren Hamburgs, zu dem sie vor eineinhalb Jahren aus Herzhorn gewechselt war, hätte sie zu gern behalten und legte ihr ein unterschriftsreifes Angebot für die 1. Bundesliga vor. Auch das von der Rückraumspielerin angestrebte Medizin-Studium wäre an der Elbe möglich gewesen. Allerdings legt man an der dortigen Uni großen Wert auf lange Präsenz-Zeiten bis in den Abend – kaum vereinbar mit Leistungssport.

Noch bessere Karten hatte deswegen Bayer Leverkusen. Denn im näheren Umfeld des Siebten der abgelaufenen Bundesliga-Saison gibt es allein schon drei Hochschulen, die im Studienaufbau auf die speziellen Bedürfnisse von Spitzenathleten eingestellt sind. Jeder, der Sport und Studium gleichermaßen ehrgeizig betreibt, würde wohl genau so entscheiden.

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Dass abgewanderte Talente aber zumindest wieder in das nähere Umfeld zurückkehren können, zeigt ein anderes Beispiel. Der Glückstädter Hendrik Pekeler,der bei der heimischen Fortuna und dem MTV Herzhorn das Handball-ABC gelernt hatte, entwickelte sich über die Stationen Bramstedter TS, THW Kiel (TSV Altenholz), Bergischer HC und TBV Lemgo zum gestandenen Bundesliga-Profi und Nationalspieler. Neben EM-Gold und Olympia-Bronze mit dem DHB-Team gewann der Kreisläufer mit den Rhein-Neckar Löwen zudem zwei Mal die deutsche Meisterschaft. Nun geht es zurück zu den (Profi-)Wurzeln. Mit Beginn der neuen Saison läuft der dann 27-Jährige wieder für den THW Kiel auf. Da sollte auch wieder mehr Zeit für den einen oder anderen Abstecher nach Glückstadt sein.

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Noch größere Anziehungskraft als bisher dürfte die Fußball-Landesliga Schleswig auf den FC Reher/Puls haben. Nachdem schon der TuS Jevenstedt das direkte Aufstiegsticket löste, schickt sich mit dem MTSV Hohenwestedt das zweite Team aus der näheren FC-Umgebung an, den Sprung auf diese Stufe zu schaffen. Bei entsprechender Einteilung durch den SHFV winken kurze Wege und viele zuschauerträchtige Derbys.

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