Land hilft Mittelstand mit zusätzlichen Millionen

Kieler Regierung reagiert schnell auf die Forderungen und unterstützt kleinere bis mittlere Firmen

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02. April 2020, 21:06 Uhr

Kiel/Rendsburg | In aller Schnelle hat die Landesregierung gestern Abend auf Forderungen des Unternehmensverbandes Nord (UV Nord) und der Industrie- und Handelskammern von gestern Morgen reagiert. Die Kieler Regierung legt zusätzlich zu den bisherigen Hilfen ein Landesprogramm mit Zuschüssen für Kleinunternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern auf. Hier habe es eine Förderlücke gegeben, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz gestern Abend in einer von Ministerpräsident Daniel Günther kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.

Für jeden Betrieb dieser Größenordnung – so Minister Buchholz – gebe es bis zu 30 000 Euro. Drei Monate lang, für jeden Monat 10 000 Euro. Es handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, so wie es der UV Nord gefordert hatte. Insgesamt seien zusätzliche 150 Millionen Euro vorgesehen. Kiel hatte zuvor bereits ein Hilfsprogramm in Höhe von rund 500 Millionen Euro ausgelobt.

Noch am Morgen hatte der Unternehmensverband Nord von einer „bedrohlichen Situation der schleswig-holsteinischen Wirtschaft“ gesprochen. Der in Rendsburg und Hamburg ansässige Verband forderte nicht zurückzahlbare Zuschüsse für den Mittelstand. Konkret gemeint sind damit rund 10 500 Firmen im Land, die zwischen 10 und 50 Mitarbeiter beschäftigen. „Die Hälfte davon steht kurz vor dem Abgrund“, warnte UV-Nord-Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zuvor hatte UV Nord-Präsident Uli Wachholtz Alarm geschlagen. „Das größte Problem ist die Liquidität der Unternehmen“, sagte Wachholtz. Sollte es nicht gelingen, die Unternehmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen, drohe Massenarbeitslosigkeit mit all ihren Folgen. Wachholtz: „Es geht um das Überleben großer Teile der Wirtschaft, die Lage ist sehr, sehr ernst.“

Gleichzeitig fordert Fröhlich die Kommunen im Lande auf, die Gewerbesteuer für einen längeren Zeitraum, „möglichst bis zur Bewältigung der Krise“, auszusetzen. Die Kassen der meisten Städte und Gemeinden „geben diese Maßnahme her“, betonte der Geschäftsführer. Leitartikel Seite 2

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