Künstler verzaubern ihr Publikum

Gut aufeinander abgestimmt: Christian Christl und seine Frau Scarlett Andrews. Sie boten Vaudeville Blues, der eine langjährige Tradition hat.
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Gut aufeinander abgestimmt: Christian Christl und seine Frau Scarlett Andrews. Sie boten Vaudeville Blues, der eine langjährige Tradition hat.

Mehr als 50 Besucher bei Veranstaltung „Vaudeville Blues meets Boogie Woogie“

shz.de von
05. Juni 2018, 16:40 Uhr

Mit Boogie Woogie und Blues-Improvisationen, beeinflusst durch verschiedene Musiker, eröffnete Alex Meisen (kleines Foto) aus Uetersen das gut besuchte Konzert „Vaudeville Blues meets Boogie Woogie“ in der Museumsscheue Langes Tannen. Dieser beschwingte, dynamische und rhythmische Auftakt war so ganz nach dem Geschmack der Zuhörer, die, wenn vielleicht auch nicht sofort äußerlich erkennbar, doch innerlich mitswingten.

Norddeutsch kühl galt an diesem Abend nicht, an dem es nach Gewitter aussah. Die weiteren Interpreten waren Christian Christl, der sein Piano mitgebracht hatte, und Sängerin Scarlett Andrews, Ehefrau von Christl.


Überzeugende Interpretationen

Sie verfügte nicht nur über eine gute Stimme, sondern auch über das Talent, den jeweiligen Song, den sie interpretierte, überzeugend darzustellen, wobei ein „Hauch von Verruchtheit“ mit zu ihrer Rolle gehörte. Christl, nicht zum ersten Mal in der Rosenstadt, fand freundliche Worte für den Mitstreiter des Abends, Alex Meisen, „der die Uetersener zwingt, in die Konzerte zu gehen“, wie er scherzhaft sagte.

Erklärende Worte galten dem Begriff „Vaudeville“, der eine bestimmte Art von Life-Show meint. Die Frauen der Vaudeville-Shows in den 1920ern wussten ihr Publikum zu verzaubern – mit eleganten Abendroben und Texten über Liebe, Herzschmerz und dem Bewusstsein, dass mit dem nächsten Typ alles besser wird. „Es ist gut, dass die Texte auf Englisch sind, denn sie sind recht unanständig“, so Christl mit einem Augenzwinkern.

Das Programm, das er und seine Partnerin boten, entstand spontan, nach kurzem Meinungsausch, auf der Bühne. Bei der Auswahl der Songs war die Stimmung maßgebend, die auf der Veranstaltung herrschte – und die war laut Christl ausgezeichnet. „You are surprised“, hieß eines der Lieder, das die Künstler ihrem Publikum boten. Es legt den Frauen nahe, doch auch den unscheinbaren Männern Beachtung zu schenken: Sie würden überrascht sein.

Auf der Welt passieren viele Gräueltaten, viel Unrecht. „Cry me a river“ handelte davon und berührte die Zuhörer, die sich für diese Interpretation mit starkem Beifall bedankten. Nicht ganz sicher ist, was „flip, flop and fly“ bedeutet – aber es klingt gut, wovon sich das Publikum überzeugen konnte.

„Vaudeville Blues meets Boogie Woogie“ war ein Konzert der besonderen Art – mit drei besonderen Künstlern und einem Publikum, das sich ihnen und ihrer Musik öffnete. Das war Spitze.

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