Kripo ermittelt an der Marineschule in Flensburg

Die Marineschule im Flensburger Stadtteil Mürwik: Hier soll eine Offiziersanwärterin belästigt worden sein.
Die Marineschule im Flensburger Stadtteil Mürwik: Hier soll eine Offiziersanwärterin belästigt worden sein.

Avatar_shz von
07. Februar 2019, 07:15 Uhr

Hat es in der Marineschule Mürwik eine versuchte Vergewaltigung gegeben? In einer anonymen Mail an unsere Zeitung wird ein entsprechender Sachverhalt geschildert. Das Opfer: Angeblich eine Offiziersanwärterin, die sich bereits an die Polizei gewendet habe.

Sandra Otte, Sprecherin der Polizeidirektion Flensburg, sagte dazu gestern: „Eine mutmaßlich Betroffene hat sich bei uns gemeldet, die Kripo hat Ermittlungen eingeleitet. Allerdings stehen die noch ganz am Anfang.“ Deshalb kann die Polizei auch nicht bestätigten, ob der per Mail geschilderte Sachverhalt der Wahrheit entspricht. Demnach sollen drei Unbekannte die Offiziersanwärterin sexuell belästigt haben. „Eine Person wollte sie vergewaltigen und zwei andere wollten das filmen.“ Der Versuch sei missglückt. Offen bleibt dabei, wann und wo sich die Tat zugetragen hat – und ob die Tatverdächtigen vielleicht Kameraden waren. In der Mail heißt es lediglich, eine Woche nach der Tat sei die Offiziersanwärterin in der Marineschule erneut Opfer einer Gewalttat geworden. Sie sei geschlagen worden.

Die Marine will keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. „Der Fall ist uns bekannt, die Kripo ist eingeschaltet. Wegen der laufenden Ermittlungen geben wir keine Auskunft“, sagte Fregattenkapitän Carsten Poll, Sprecher der Marine.

Die Flensburger Kripo bemühe sich, den Sachverhalt aufzuklären, erklärte Sprecherin Otte. Man stehe in Kontakt mit der mutmaßlich Betroffenen.

Sollte es tatsächlich einen Vergewaltigungsversuch gegeben haben, erinnert der Fall an die Übergriffe vom Truppenübungsplatz Todendorf (Kreis Plön) im November 2017. Hier hat die Staatsanwaltschaft Kiel mittlerweile Anklage gegen einen Unteroffizier (29) erhoben, der sich an zwei Soldatinnen in deren Stube vergangen haben soll. Von dem Missbrauch gab es ein Handy-Video, das gelöscht wurde und nicht wieder hergestellt werden konnte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen