Kretschmer: „Kein Hetzjagd in Chemnitz“

Michael Kretschmer
Michael Kretschmer

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05. September 2018, 18:59 Uhr

SPD-Vize Ralf Stegner hat Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) für dessen Aussage kritisiert, es habe bei den Ausschreitungen und Protesten in Chemnitz keinen Mob und keine Hetzjagd gegeben. „Die CDU zwinkert nach rechts – und wer das wie Herr Kretschmer nun macht, der hat sie nicht mehr alle“, sagte Stegner der „Bild“-Zeitung. „Die sächsische CDU hat offenbar noch immer nicht begriffen, dass es nichts bringt, nach rechts zu schielen. Wenn Herr Kretschmer das immer noch nicht verstanden hat, ist ihm wirklich nicht mehr zu helfen.“

Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock warf Kretschmer vor, die Ausschreitungen zu bagatellisieren. „Herr Kretschmer setzt mit der Verharmlosung genau das Wegschauen fort, das zu Chemnitz geführt hat“ sagte sie.

Der sächsische Ministerpräsident hatte in einer Regierungserklärung im Landtag in Dresden in Teilen die Berichterstattung kritisiert. Es verwundere, „dass diejenigen, die besonders weit weg waren, ein besonders pauschales und hartes Urteil über diese Stadt treffen“, sagte Kretschmer. Durch die Arbeit verantwortungsvoller Journalisten sei aber klargeworden: „Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd, es gab kein Pogrom in Chemnitz.“ Da,mit widersprach er Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zuvor „Hetzjagden“ auf Ausländer verurteilt hatte.

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