„Kraftakt“ für perfekten Start

WM-Qualifikation: Gegen Nordmazedonien zählt nur ein Sieg

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30. März 2021, 15:32 Uhr

Abschiedsschmerz kann sich Joachim Löw noch nicht leisten. Im 33. und letzten WM-Qualifikationsspiel seiner Ewig-Ära will der neu motivierte Bundestrainer den zurückgewonnenen Schwung der Fußball-Nationalmannschaft mit in die heiße EM-Vorbereitung nehmen. Der Auftrag bei der Länderspielpremiere gegen den Außenseiter aus Nordmazedonien lautet heute (20.45 Uhr/RTL) in Duisburg daher: Die Spannung hoch halten, den Konkurrenzkampf schüren und die klare Neun-Punkte-Vorgabe auf dem Weg nach Katar 2022 erfüllen.

„Wehmut schwingt auf keinen Fall mit. Ich beschäftige mich nicht mit der Situation, dass ich nach der EM aufhöre. Alle Kraft gilt diesem Spiel, dem Turnier und der Vorbereitung“, sagte Löw vor der dritten Partie innerhalb von sieben Tagen. Nach den Siegen gegen Island (3:0) und in Rumänien (1:0) wirkt der total fokussierte Löw vehement einem drohenden Konzentrationsabfall entgegen. „Sie sind mit allen Wassern gewaschen. Sie sind keinen Deut schlechter als die Rumänen. Das wird nochmal ein Kraftakt, das Spiel zu gewinnen“, warnte der 61-Jährige vor dem einzigen weiteren EM-Teilnehmer in der WM-Qualifikationsgruppe. Der Weltranglisten-65. holte seine meisten Siege aber bislang gegen Kontrahenten der Kategorie Liechtenstein, Aserbaidschan und Malta.

Mit dem trotz der mahnenden Worte fest einkalkulierten dritten Sieg im dritten Spiel des Jahres wäre der Weg zur WM für Löws noch nicht benannten Nachfolger in der Europa-Gruppe J geebnet. Löw könnte den 76-Tage-Endspurt bis zum EM-Auftakt am 15. Juni in der Münchner Arena gegen Weltmeister Frankreich mit seiner ganzen Turnier-Akribie und ohne Störfeuer oder ständige Erinnerungen an die selbst als erledigt eingestufte 0:6-Schmach in Spanien angehen.

Im Tor wird heute erstmals nach dem 6:1 gegen Nordirland, das noch in der Vor-Corona-Zeit im November 2019 stattfand, wieder Marc-André ter Stegen stehen. Kapitän Manuel Neuer reist vor dem Bundesliga-Gipfel am Sonnabend gegen RB Leipzig aber nicht etwa wie sonst üblich vorzeitig nach München zurück. Löws Signal ist eindeutig: Jetzt auch nur ein bisschen nachzulassen, wäre gefährlich.

Die Startelf-Optionen Timo Werner im Angriff, Robin Gosens in der Viererkette oder Florian Neuhaus im starken Mittelfeld-Block bekamen auch frühzeitig noch kein klares Signal von Löw. Der Bundestrainer kündigte an, erst Rücksprache mit Stammkräften wie Leroy Sané oder Leon Goretzka über deren Fitnesszustand halten zu wollen. Nach der frühmorgendlichen Rückkehr aus Rumänien am Montag waren auch die beiden zuletzt leicht angeschlagenen Münchner an einem „Tag der Regeneration“ von den Teamärzten eingehend durchgecheckt worden. Ersatz-Kapitän wird Ilkay Gündogan sein, das verriet Löw schonmal. „Wir haben gemerkt, dass wir wieder neue Möglichkeiten haben“, beschrieb der bei ManCity bestens aufgelegte Mittelfeld-Lenker den spürbaren Mentalitätswandel im Vergleich zum Debakel von Sevilla.

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