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Koalition fordert mehr Abiturienten fürs Land

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Pläne der Koalition für ein neues Schulgesetz bleiben umstritten. Die Opposition spricht von ideologischem Irrsinn. SPD, Grüne und SSW sehen einen großen Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

Das Gesetz ermögliche jedem Kind die bestmögliche Förderung, sagte Schulministerin Waltraud Wende (parteilos) im Landtag. Es sieht unter anderem ein zweigliedriges Schulsystem aus Gymnasien und Gemeinschaftsschulen vor. Regionalschulen mit mehr als 240 Schülern werden zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Sind die Regionalschulen kleiner, droht ihnen die Schließung.

CDU-Bildungsexperte Daniel Günther kritisierte, mit dem Gesetz werde die pädagogische Freiheit der Schulen eingeschränkt. „Und Sie pflastern das Land mit neuen Oberstufen (an Gemeinschaftsschulen, d. Red.) voll, die keiner will“, sagte Günther. FDP-Bildungsexpertin Anita Klahn äußerte die Befürchtung, dass mit der Abschaffung abschlussbezogener Klassen an Gemeinschaftsschulen das Niveau gesenkt werde.

Redner der Koalitionsparteien lobten die Gesetzesvorlage. SPD-Schulexperte Martin Habersaat sagte, Schleswig-Holstein brauche mehr junge Menschen mit Abitur und mehr Hochschulabsolventen. Auch dieses Ziel verfolge die Koalition. Ähnlich äußerten sich Rednerinnen von Grünen und SSW.

Unklar blieb in einer weiteren Bildungsdebatte, wie sich der Bedarf an Lehrkräften bis zum Jahr 2025 entwickeln wird. Eine präzise Prognose dazu sei nicht möglich, sagte Bildungsministerin Wende bei der Vorlage ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der Piraten. Dieser Zustand sei „unbefriedigend“ und solle geändert werden. Derzeit sind an den rund 1000 Schulen rund 26 000 Lehrkräfte beschäftigt. Bis 2025 werden 9700 davon in den Ruhestand gehen. „Seriös nicht ermittelbar“ ist nach Angaben der Regierung der Einstellungsbedarf in einzelnen Fächern. Das Bildungsministerium kalkuliert mit einem strukturellen Defizit von knapp 1200 Lehrerstellen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft rechnet mit noch größeren Zahlen. 1000 Stellen seien allein nötig, um die auch im Schulgesetz geforderte Inklusion von Schülern mit Behinderungen nicht scheitern zu lassen. Details will die GEW am Montag vorlegen.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 00:31 Uhr

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