Klimakampf und Demo gegen Krieg zur Kieler Woche

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18. Juni 2019, 20:26 Uhr

Kiel | Die Kieler Woche gerät zwischen die politischen Fronten. Die Linke wettert gegen die vielen klimaschädlichen Feuerwerke während des internationalen Segelevents – und ein neues Aktionsbündnis aus Klimarettern und Flüchtlingshelfern macht Front gegen die Militärschau im Marinehafen. „War starts here Kiel“ nennt sich die Gruppe aus antimilitaristischen und linken Aktiven, Klimabewegten und dem vom Rathaus unterstützten Verein „Seebrücke“ zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer. Mit dabei ist auch die Gruppe „Turboklimakampfgruppe“ (TKKG), die in der letzten Zeit mit Klima-Protest für Verkehrschaos in der Landeshauptstadt gesorgt hat. Die Kieler Woche sei ein Fest des Friedens und keine Militärshow, lautet die Botschaft.

Gestern wurde eine Demo gegen die „KISS-Konferenz“ (Kiel International Seapower Symposium) angekündigt, die das Instituts für Sicherheitspolitik der Uni Kiel (ISPK) in der Festwoche veranstaltet. „Die Konferenz ist für uns eine Kriegskonferenz, auf der die Mittel der Seekriegsstrategie der Nato für einen Konflikt der Großmächte bei uns auf der Ostsee entworfen werden sollen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gruppierung. Dazu passe, dass gleichzeitig mit dem Nato-Manöver „Baltops“ eines der größten Militärmanöver der letzten Zeit in der Ostsee stattfindet und auf der Kieler Woche endet. „Wir wollen diese Konferenz des ISPK stoppen. Wir wollen, dass Wissenschaft und Forschung zivilen Zwecken dienen, nicht der Vorbereitung von Kriegen“, so die Zielrichtung.

Der OB-Kandidat der Linkspartei Björn Thoroe reibt sich derweil daran, dass während der Festwoche fast täglich irgendwo ein Feuerwerk gezündet wird. „Feuerwerke sind ohne Frage eine schöne Sache, allerdings weder für Tiere noch für die Umwelt. Deshalb muss der Wildwuchs eingeschränkt werden. Ein Abschlussfeuerwerk reicht!“, so Thoroe, besser noch wäre eine Laserlichtshow. Vorbild ist Konstanz: Die deutsche Grenzstadt möchte wegen des Klimanotstands künftig auf das Feuerwerk am jährlichen Seenachtsfest verzichten. Auch Kiel hat den Klimanotstand ausgerufen.

Scharfe Kritik äußert Thoroe auch am Kieler Woche-Sponsor Audi. „Audi ist ein Konzern, der mit krimineller Energie auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung Schummelsoftware eingesetzt hat, um Feinstaubwerte einzuhalten. Dieser Konzern sollte nicht Partner der Stadt sein.“ Vom Rathaus war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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