SchulFlohmarkt : Kinderbücher und Bohnensetzlinge

Laurin und Clara mit den Tageseinnahmen und den letzten beiden Büchern von ihrem einst vollen Verkaufsstand.
Laurin und Clara mit den Tageseinnahmen und den letzten beiden Büchern von ihrem einst vollen Verkaufsstand.

2000 Euro für Bildungsangebote: Die Parkschule beteiligte sich mit einem Flohmarkt am Sozialen Tag von „Schüler helfen Leben“.

shz.de von
27. Juni 2018, 06:01 Uhr

Zwei Bücher lagen noch vor Laurin und Clara auf dem Tisch im Schulflur. Ansonsten hatten die beiden Grundschüler beim gestrigen Flohmarkt in der Gettorfer Parkschule alles verkauft: „Wenn man denkt, wie viel Berge das waren. Und alles ist weg“, staunte Clara. Dabei saßen die Neun- und der Zehnjährige gerade erst zwei Stunden an ihrem Verkaufsstand.

Alle zwei Jahre beteiligt sich die Grundschule mit einem Flohmarkt am Sozialen Tag. Dieser ist eine Aktion der Organisation „Schüler helfen Leben“. An diesem Tag tauschen bundesweit mehr als 70 000 Schüler die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und spenden ihren Lohn an Bildungs- und Jugendarbeit von „Schüler helfen Leben“. „Weil unsere Schüler aber noch keine Arbeitsverträge abschließen dürfen, wir aber trotzdem etwas tun wollten“, erklärte Rektorin Maren Schumacher, „haben wir uns auf den Flohmarkt geeinigt“. Und das nicht ohne Erfolg: „Wir nehmen immer um die 2000 Euro ein.“ Der Dank gebühre dabei vor allem den Eltern und Lehrkräften, die gespendet oder geholfen haben, betonte Schumacher.

Alle 365 Schüler waren mit dabei, die ganze Schule wurde zum Spieleparadies im Centbereich. In den Gängen, den Klassenzimmern und auf dem Schulhof standen die Schultische – über und über beladen mit Kinder- und Jugendbüchern, Puzzle- und Gesellschaftsspielen, Plüschtieren, Perlenarmbändern, Kühlschrankmagneten, Quietsche-Enten, Anspitzern und selbst Bohnensetzlingen. „Jedes Kind hat zu Hause aussortiert und Dinge zum Verkaufen mitgebracht“, so Rektorin Maren Schumacher. Für Clara kein Problem: „Viele Sachen liegen ja schon lange bei mir im Schrank und da war es nicht so schwer, die auszusortieren.“ Schwierig fand Verkaufspartner Laurin nur das Handeln. „Viele wollten nicht so viel bezahlen, wie auf dem Preisschild stand“, sagte der Schüler. Aber dafür habe etwa ein Flohmarktbesucher zehn Euro – statt geforderter 50 Cent – in der Kasse gelassen.

Flohmarktbesucher zog es gestern reichlich in die Parkschule – Eltern, Großeltern, Kinder und ganze Kita-Gruppen. „Gerade Eltern mit Kindern im Kita-Alter finden hier brauchbare Dinge, noch dazu günstig“, so Maren Schumacher. Michael Winkler etwa ist Vater von zwei Schülern der Parkschule und kennt den Flohmarkt bereits. „Wir haben den Kindern einiges an Büchern mitgegeben und im Gegenzug nehme ich den Stapel hier wieder mit zurück“, sagte er und zeigte auf die frische erworbenen Kinder-Bücher unter seinem Arm. Gehandelt werde auf dem Flohmarkt aber nicht, so Winkler: „Die Kinder bekommen den Preis, den sie haben wollen. Immerhin verkaufen sie diese hochwertigen Sachen hier völlig unter Wert.“

Neben dem regen Treiben auf dem „Schul-Basar“ gab es in der Caféteria von Eltern und Lehrkräften gespendeten Kaffee, Saft, Kuchen und Brezeln zur Stärkung. Die vierten Klassen boten zudem Schminken und Nägellackieren an.

So kamen in der Parkschule gestern 1967,47 Euro zusammen, die nun an Bildungsprojekte von „Schüler helfen Leben“ unter anderem in Jordanien gehen. Den Erlös der Cafeteria – 348 Euro – erhält der Förderverein der Parkschule. „Ich bin sehr stolz auf diese Summe“, so Maren Schumacher, „es zeigt, dass auch kleine Leute Großes bewirken können“.

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