Keine Heraufstufung der Mathe-Noten

Ministerin: Auswirkung der Prüfung auf Abschlusszeugnis und Lebensweg nur gering

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07. Juni 2018, 21:02 Uhr

Bildungsministerin Karin Prien hat definitiv ausgeschlossen, die in diesem Jahr auffällig schlechten Noten der Mathe-Arbeiten beim Ersten und Mittleren Schulabschluss heraufzustufen. „Die Abweichung gegenüber dem Vorjahr lässt sich nicht auf eine konkrete Ursache zurückführen“, sagte die CDU-Politikerin gestern im Bildungsausschuss des Landtags. Die SPD, die Hilfe für die betroffenen 23 172 Schüler fordert, hatte das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt.

Der schlechte Ausfall der Arbeiten lässt sich nach Angaben der Ministerin nicht bestimmten Aufgaben zuordnen. Auch das Thema Funktionen sei entgegen anders lautenden Gerüchten in den Übungsheften enthalten gewesen. Landesweit lag der Schnitt bei den Arbeiten zwar sehr dicht an einer Vier, an einigen Schulen jedoch auch bei 3,0. Prien: „Das zeigt, dass man an einigen Orten durchaus damit zurechtgekommen ist.“

Zudem relativierte die Ministerin die Bedeutung der Mathe-Abschlussarbeit für die Gesamtnote. Nur bei 20 Prozent der Prüflinge sei das Ergebnis um mehr als eine ganze Zensur gegenüber der Vornote abgesackt, die die Leistungen des gesamten Schuljahres abbildet. Ohnehin fließe die Abschlussarbeit nur einfach in die Endzensur ein – die Vornote hingegen zweifach, und die mündliche Prüfung noch einmal einfach. Grundlegend vertrat Prien die Auffassung, die Abschlusszeugnisse nach Klasse 9 oder 10 seien für den weiteren Lebensweg von begrenzter Bedeutung: Um eine Lehre würden sich die meisten schon mit dem Halbjahreszeugnis bewerben. „Und die Übergangsbedingungen in die Oberstufe sind so gestaltet, dass sich die Chancen durch eine schlechte Note nicht verschlechtern.“

Dem widersprach der SPD-Schulpolitiker Kai Vogel massiv. Azubis müssten meist untermauern, dass sie die Halbjahresnote im Endzeugnis gehalten hätten. Und um Plätze für Profile an den Beruflichen Gymnasien gebe es ein teils enges, notenbasiertes Rennen. Für die Schüler müsse ein Chancenausgleich her.

Die Ministerin stellte heraus, dass die Anforderungen an die Mathearbeiten bereits von ihrer SPD-Vorgängerin Britta Ernst angehoben worden waren. Allerdings, so Prien auf Nachfrage weiter, hatte sich der Notenschnitt nach dieser Maßnahme im Vorjahr nur um eine 0,4 statt wie jetzt um fast eine ganze Note verschlechtert.

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