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Kampf gegen Rechts: Berater klären in Kindergärten auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Die Landesregierung verstärkt ihren Kampf gegen den Rechtsextremismus – künftig beginnt er sogar schon im Kindergarten. „Mir ist das eine Herzensangelegenheit“, sagte Innenminister Andreas Breitner (SPD) bei der Vorstellung des Projekts, das vom Land mit jährlich 300 000 Euro finanziert wird. „Wir müssen die Menschen ermutigen, Demokratie und Freiheit zu verteidigen.“

Morgen öffnen in Flensburg, Lübeck und Itzehoe drei Beratungsstellen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie sind das Herzstück des Landesprogramms zur Demokratieförderung und Bekämpfung des Rechtsextremismus. Ihr Ziel: Die Erziehung zu Demokratie und Toleranz.

Aber warum bereits im Kindergarten? „Forschungen haben gezeigt, dass Kinder sehr früh die Einstellungen ihrer Eltern zu Migranten übernehmen“, sagt Medi Kuhlemann vom Verein „Kinder- und Jugendschutz in Schleswig-Holstein“. Zudem gibt es laut Kieler Fachhochschule in der rechtsextremen Szene offenbar die Tendenz, dass Neonazi-Frauen sich zu Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen oder Sozialpädagogin ausbilden lassen, um Kinder und Jugendliche manipulieren zu können. Innenminister Breitner: „Unser Amt für Verfassungsschutz hat das überprüft. Für Schleswig-Holstein können wir das zunächst nicht bestätigen.“

Bekannt sind aber zwei Fälle von Lehrerinnen mit rechter Gesinnung. In Bredstedt (Kreis Nordfriesland) hatte eine Lehrerin versucht, Schüler für Neonazis zu rekrutieren. Und in Reinbek (Kreis Stormarn) verließ eine Lehrerin den Schuldienst, nachdem ihr rechtsextreme Äußerungen nachgewiesen worden waren.

Und so soll das Landesprojekt funktionieren: Die je zwei Berater der Beratungsstellen klären in Kindertagesstätten, an Schulen, in Sportvereinen und in Jugendhilfeeinrichtungen über Gefahren des Rechtsextremismus auf. „Bildung bleibt das wirksamste Rezept, damit junge Menschen auf rechtsextremistische Parolen nicht hereinfallen“, so Breitner. Außerdem ist eine landesweite Bildungs-, Beratungs- und Informationsstelle in Kiel geschaffen worden – angesiedelt beim Verein „Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein“. Sie soll die Fortbildung von Multiplikatoren wie Lehrern und Erziehern fördern.

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