Kaffee gibt es nur von Senioren

Der Kreistagsabgeordnete Martin Balasus (Dritter von links, CDU) informierte sich bei Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Dritter von rechts, CDU) sowie Thorsten Grünefeldt (von rechts) und Thomas Hoop über die Aktion. Unterstützung gibt es durch die Flüchtlinge Moshtagh (links) und Morteza Molodi.
Der Kreistagsabgeordnete Martin Balasus (Dritter von links, CDU) informierte sich bei Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Dritter von rechts, CDU) sowie Thorsten Grünefeldt (von rechts) und Thomas Hoop über die Aktion. Unterstützung gibt es durch die Flüchtlinge Moshtagh (links) und Morteza Molodi.

In Moorrege wird seit mehr als vier Jahrzehnten von der Gemeinde ein Schredder-Service angeboten

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24. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Gartenbesitzer kennen das Problem: Wenn im Herbst Hecken, Büsche und Bäume bearbeitet werden müssen, entsteht ein großer Berg Grünschnitt. Die Gemeinde Moorrege bietet auch in diesem Jahr wieder ihre kostenlose Schredderaktion an. Wie das geht, darüber informierte sich CDU-Kreistagsabgeordneter Martin Balasus bei Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) und den Männern vom Bauhof.

„Wir ziehen mit dem Schredder durchs Dorf“, berichtete Weinberg. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist dieser Service für die Bürger kostenfrei. „Wir sind froh, dass wir das Anbieten können“, sagte er. Das Team wird vom Chef des Bauhofs, Kay Maader, geleitet. Mitarbeiter sind sein Vize Thomas Hoop und Grundschul-Hausmeister Thorsten Grünefeldt. „Er hilft aus, wir haben es mit der Schule geregelt, dass er Freiraum für die Aktion hat“, erläuterte Weinberg. Diesmal sind mit Morteza Molodi (55) und seinem Sohn Moshtagh (21) zwei weitere Helfer im Team. Sie sind Flüchtlinge aus dem Iran und leben derzeit in Moorrege. „Ich würde gern mehr Flüchtlinge einbinden, aber gesetzliche Bestimmungen binden uns die Hände“, sagte Weinberg. „Es ist wichtig, diesen Menschen zu zeigen, dass sie gebraucht werden“, findet er.

Wie reagieren die Moorreger auf den gemeindlichen Service? „Die Älteren bringen uns schon mal Kaffee und Schokolade“, berichtete Hoop. Von den Jüngeren komme nie etwas. „Höchstes mal ein Anraunzer, dass wir so früh sind“, sagte er. Balasus reagierte auf diese Feststellung mit den Worten: „Das ist eine unschöne Entwicklung, Dinge werden nicht mehr geschätzt.“ Und er ergänzte bedauernd: „Viele denken nur an sich.“

An der Grundstücksgrenze dürfen übrigens nur gartenübliche Mengen abgelegt werden, keine ganzen Hecken. Die Bündel sollten keinen größen Durchmesser als 30 Zentimeter haben, da sie sonst nicht durch den Schredder passen. Die Buschbunde dürfen erst am Schreddertag um 7 Uhr an den Bürgersteig gelegt werden, da es den Gemeindearbeitern aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, die Bunde von den Grundstücken zu holen. Wichtig: Fußgänger, Radfahrer und der Straßenverkehr dürfen nicht über die Maßen beeinträchtigt oder gefährdet werden.

Weinberg betont, dass in den Buschbunden auf keinen Fall metallische Gegenstände wie Nägel, Draht oder Eisenstangen einthalten sein dürfen. Auch Blumen oder Schilf werden nicht bearbeitet. „Sollte so etwas doch festgestellt werden, habe ich die Gemeindearbeiter angewiesen, diese Gartenabfälle nicht zu entsorgen“, sagte der Bürgermeister. Selbstverständlich seien zudem nach der Aktion die Fuß- und Radwege zu reinigen.

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