Kommentar : Jeden Tag aufs Neue: Es stinkt zum Himmel

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22. Oktober 2018, 15:45 Uhr

Kurz vor den Landtagswahlen in Hessen schlägt sich die Kanzlerin noch einmal auf die Seite der Dieselfahrer. Das macht Angela Merkel natürlich nicht nur, um Fahrverbote in Frankfurt oder Mainz zu verhindern. In diesem Fall geht es mehr um Wählerstimmen als um Grenzwerte für Stickstoffdioxid. Ein ziemlich gewagtes Spiel der Kanzlerin, die keinen Hehl aus ihrer Nähe zur Automobilindustrie macht. Warum auch. Hat doch diese Branche seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute an der positiven Wirtschaftsentwicklung in Deutschland einen sehr großen Anteil. So weit, so gut. Bis eben Volkswagen und Audi auf die Idee kamen, Millionen von Dieselkäufern zu betrügen. Wäre dies nicht geschehen, würde es derzeit dem Verbrennungsmotor nicht so rigoros an den Kragen gehen.

Wofür die selbst ernannte Deutsche Umwelthilfe auf die Straße geht und für immer neue Fahrverbote plädiert – ein nachweislich ungeeignetes Mittel, um die Schadstoffbelastung in Großstädten zu reduzieren. Wie in Hamburg mit zwei betroffenen Straßenabschnitten. Hier kommt es lediglich zu Verkehrsverlagerungen – und unter dem Strich nichts heraus.

Nach zwei Diesel-Gipfeln zwischen Politik und Autoindustrie ist der Wirrwarr größer denn je. Jeden Tag ein neuer Streit. Was zum Himmel stinkt.

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