Irre: Führung in der Nachspielzeit futsch

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02. September 2018, 14:21 Uhr

Eigentlich, so heißt es in einer bekannten Fußballphrase, dauert ein Spiel ja 90 Minuten. Manchmal aber nimmt eine Partie nach diesen 90 Minuten erst so richtig an Fahrt auf – in diesem Fall zum Unglück für den TSV Friedrichsberg, der bis zur Nachspielzeit noch mit 1:0 führte, dann aber mit 1:2 verlor. Und dass, obwohl die Gastgeber in der Nachspielzeit sogar einen Elfmeter vergaben.

Der Altenholzer Max-Peter Andersen war von Keeper Michael Schmidt umgeschubst worden und verwandelte den Strafstoß zunächst problemlos. Schiedsrichter Rodenberg hatte aber einige gelb-schwarz gekleidete Akteure zu früh in den Strafraum laufen sehen und ließ den Strafstoß wiederholen. Andersen verschoss diesmal. Niemand glaubte noch an einen Ausgleich der Eutiner. „Ich hatte gehofft, dass meine Spieler jetzt die dritte Luft für die letzten Minuten bekommen könnten. Aber das kam nicht so. Die Mannschaft war nach dem Abpfiff total niedergeschlagen“, beschrieb TSV-Trainer Michael Schröder die auch für ihn noch nicht erlebte Situation.

Die Gastgeber zeigten Moral. Zwei Minuten später nach dem Elfer traf Lasse Jensen per Kopfball zum 1:1 (90.+2). „Eigentlich denkst du nach dem verschossenen Elfmeter, dass es heute einfach nicht sein soll“, sagte Altenholz’ Coach Kristian Hamm. Doch es kam noch besser. Nach einer verpassten Hereingabe stand am langen Pfosten Andersen blank und schob zum 2:1-Siegtor ein(90.+4). „Das war schon irre“, so Hamm, der zugab: „Es ist tatsächlich eine abgedroschene Phrase, aber ein Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift.“

Dabei wäre der Plan der Gäste fast aufgegangen. Durch kurzfristige Ausfälle musste Friedrichsbergs Coach viel umstellen. „Wir waren zunächst sehr unsortiert, was aber im Laufe des Spiels abgelegt wurde.“ Nach dem 0:1, das Tim Schubert nach einem Abwehrpatzer nach einer Stunde glückte, hätte der jetzt hinten gut organisierte letztjährige Oberligist sogar die 2:0-Führung erzielen können. Eine Flugkopfball aus drei Metern von Rasmus Pagel flog über das Tor. „Dann wäre das Spiel verloren gewesen“, räumte auch Hamm ein.

So kam es ganz anders und ganz bitter für die Schleswiger. „Die letzen fünf Minuten muss man einfach über die Zeit bringen“, sagte Schröder. „Jedem muss jetzt klar sein, dass wir im Abstiegskampf angekommen sind.“ Und am Freitag ist Derbytime – 18.45 Uhr gegen Schleswig 06.

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