Immobilien-Preise ziehen weiter kräftig an

Häuser sieben Prozent teurer – Wohnungen kosten sechs Prozent mehr

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14. August 2018, 18:58 Uhr

Die Makler im Norden halten sich inzwischen mit
Prognosen zurück. Björn Petersen vom Immobilienverband Deutschland IVD räumt ein: „Bereits vor drei Jahren habe ich gesagt, bei Eigentumswohnungen und Häusern ist das Ende der Fahnenstange langsam erreicht – doch die Preise steigen weiter“. Und zwar kräftig. Für ein gutes Eigenheim in Flensburg zahlt man 320 000 Euro, in Kiel und Norderstedt 420 000. Insgesamt legten 2017 die Wohnungspreise um sechs Prozent zu. Für freistehende Häuser zahlten Kunden sieben Prozent mehr. Und die Preise für Baugrundstücke schossen im Norden gleich um 10 Prozent in die Höhe. Auch in diesem Jahr erwartet Verbandsvize Petersen eine ähnliche Entwicklung. Zumindest beim Erwerb selbst genutzter Immobilien.

Anders sieht es bei Kapitalanlegern aus. Der hohe Preis für neue und gebrauchte Immobilien stehe in keinem Verhältnis mehr zu den erzielbaren Mieten. Zudem zögern Investoren wegen der vielen Unsicherheiten im Mietrecht“. Folge: Die Nachfrage von Kapitalanlegern geht stark zurück.

Kritik äußert der Regionalvorstand Bernd Hollstein an der Wohnungspolitik des Bundes und der Länder. Dass Immobilienkonzerne trickreich die Grunderwerbssteuer umgehen können, sei ein Skandal, sagt er. Würden auch sie zur Kasse gebeten, könnte das Land den Steuersatz für alle senken. Baurecht müsse entschlackt, die zulässigen Geschosszahlen erhöht und das Klagerecht der Anlieger gegen die Nachverdichtung beschränkt werden.

Auffällig sei, dass private Käufer heute mehr Geld in der Tasche haben „und sich jenseits von Renditeüberlegungen mit dem Kauf eines Alterswohnsitzes im beliebten Schleswig-Holstein ein Stück Lebensqualität gönnen – möglichst nah der Küste“, erklärt der Geltinger Makler Carsten Henningsen. Inzwischen steige die Nachfrage in immer größeren Ringen um die boomenden Küstenstreifen. Die Folge: Selbst in Orten westlich der A 7 wird für Immobilien wesentlich mehr Geld bezahlt.

Wirtschaft / Leitartikel S. 2

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