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Immer neue Schwierigkeiten bei der Kanaltunnel-Sanierung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Arbeiten an der maroden Rader Autobahnbrücke laufen nach Plan – Ende November soll sie für Lkw freigegeben werden. Dagegen scheint die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels auch für die verantwortliche Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ein Rätsel zu sein. Die gesamte 25 Millionen Euro teure Maßnahme begann im Sommer 2011 und sollte Ende 2013 abgeschlossen sein. Aber dann kam alles anders. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, weil in der Tiefen der Baustelle Schwierigkeiten verborgen waren, die niemand vorausgesehen hatte: Bröckelnder Beton, hunderte von rostenden Stahlbolzen und unpassende Abwasserrinnen behinderten die Arbeit.

In der Folge geriet der Zeitplan aus den Fugen: Zum ursprünglich prognostizierten Ende der Gesamtsanierung wird noch nicht einmal die erste der beiden Tunnelröhren fertig sein. „Wir müssen wegen der vielen neuen Schwierigkeiten in der Oströhre den Ablauf der Arbeiten neu koordinieren, um so schnell wie möglich weiterarbeiten zu können“, sagte Claudia Thoma, die Pressesprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Der Abschluss der Arbeiten sei nicht vor Ende des Jahres 2015 zu erwarten. „Einen genauen Zeitpunkt kann ich allerdings nicht nennen. Es kann früher sein, aber es dauert möglicherweise auch länger.“ Die Sanierung der Tunnel-Oströhre wird voraussichtlich weit länger als zwei Jahre dauern. Dass für das westliche Gegenstück nur die Hälfte der Zeit benötigt wird, erscheint ausgeschlossen – und damit auch ein Sanierungs- und Stauende noch im Jahr 2015.

Ähnlich unbestimmt sind die Angaben über die Kostenentwicklung der Baumaßnahme. Dass die ursprünglichen 25 Millionen Euro nicht zu halten sind, liegt auf der Hand. „Es gibt keinen abschließenden Stand“, sagte Claudia Thoma, die eine Summe von rund 35 Millionen Euro als „derzeit relativ realistisch“ bezeichnete. Es scheint, als seien weder das Ende des Engpasses unter dem Kanal noch die Kosten wirklich absehbar.

Die vehemente Forderung der Unternehmensverbände Nord, auf der Tunnelbaustelle künftig sieben Tage in der Woche rund um die Uhr arbeiten zu lassen, werde geprüft, teilte die Pressesprecherin mit. „Wir müssen sehen, ob wir mehr Schichten arbeiten lassen können und bei der Sanierung der Weströhre möglicherweise mehr Firmen beauftragen“, sagte sie.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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