Fockbeker Caravan- und Reisemobilhersteller : Hobby hat ein Luxusproblem

Den „Hobby Vantana“ gibt es jetzt in drei Modellvarianten. Das Einsteigermodell „On Tour“ kostet in der bereits gut ausgestatteten Grundversion 39  700 Euro – ein Kampfpreis im Segment der stark nachgefragten Kastenwagen.
Den „Hobby Vantana“ gibt es jetzt in drei Modellvarianten. Das Einsteigermodell „On Tour“ kostet in der bereits gut ausgestatteten Grundversion 39 700 Euro – ein Kampfpreis im Segment der stark nachgefragten Kastenwagen.

Die Zahl der Bestellungen übersteigt die Produktionskapazität. Modelle für 2019 vorgestellt.

shz.de von
09. Juni 2018, 20:39 Uhr

Der Reisemobil- und Caravanmarkt eilt von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 190.000 neue Wohnmobile und Wohnwagen zugelassen, ein neuer Spitzenwert. In diesem Jahr erwartet die Branche über 200.000 Neuzulassungen. Die Hobby-Werke in Fockbek profitieren von dem Boom. Nach 13.000 Fahrzeugen im Vorjahr werden in der aktuellen Saison 14.000 ausgeliefert, davon 85 Prozent Wohnwagen. Das Unternehmen erwartet eine Umsatzsteigerung um zehn Prozent auf 275 Millionen Euro. Zur Höhe des Gewinns äußert sich Hobby nicht.

Beim Wachstum ist ein Ende noch nicht in Sicht, machte Europas Caravan-Marktführer gestern vor der internationalen Fachpresse deutlich. Bei der Präsentation der Modelle für die Saison 2019 sagte Geschäftsführer Holger Schulz in der Büdelsdorfer ACO-Academy, dass Hobby im kommenden Jahr über 15 000 Einheiten verkaufen will. Beim Umsatz werden mehr als 300 Millionen Euro angepeilt.

Die Zahlen könnten noch höher ausfallen, wenn der Hersteller sein Luxusproblem in den Griff bekäme: Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Die aktuelle Jahresproduktion ist ausverkauft. Der Überhang an Bestellungen geht laut Firmengründer Harald Striewski in die Tausende – und das, obwohl das Unternehmen an allen Stellschrauben dreht, um mehr produzieren zu können. In Absprache mit dem Betriebsrat arbeiten die Mitarbeiter statt der tariflichen Wochenarbeitszeit von 35 Stunden aktuell 42 Stunden. Zudem hat Hobby 25 Millionen Euro in ein drittes Fertigungsband, eine High-Tech-Vorfertigungshalle und eine neue Sägerei investiert. Die Zahl der Beschäftigten stieg in diesem Jahr um 150 auf aktuell 1250, davon 35 Lehrlinge „Wir haben keine Probleme damit, geeignete Mitarbeiter zu bekommen“, sagt Harald Striewski. Hobby ist in der Branche für seine überdurchschnittlich hohen Löhne bekannt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld inklusive. Die Devise des Patriarchen: „Wenn die Firma gut verdient, sollen auch die Beschäftigten gut verdienen.“

Wegen der hohen Nachfrage nach den jeweils sechs Caravan- und Reisemobilbaureihen, verzichtet Hobby für die Saison 2019 auf grundlegende Änderungen des Programms. Allerdings werden viele Verbesserungen und Innovationen realisiert. Das betrifft Dachhauben, Bäder und die digitale Steuerung der Elektrik: Wer nach dem Baden im Meer im eigenen Hobby-Wohnwagen duschen will, kann per App vom Strand aus die Warmwasserheizung starten.

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