Hilfeschreie – und ein leeres Kajak

Von den Einsatzkräften ans Ufer gezogen: Das Kajak, in dem ein oder zwei Personen auf der Elbe unterwegs gewesen sein sollen.  Fotos: Kewitz
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Von den Einsatzkräften ans Ufer gezogen: Das Kajak, in dem ein oder zwei Personen auf der Elbe unterwegs gewesen sein sollen. Fotos: Kewitz

Rettungs-Großeinsatz am Elbe-Ufer vor Kollmar / Vergebliche Suche nach einem oder zwei Verschollenen

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05. August 2018, 16:12 Uhr

Große Suchaktion gestern Nachmittag auf der Elbe vor Kollmar im Kreis Steinburg: Spaziergänger hörten Hilferufe, sahen einen Mann im Wasser treiben – unweit eines herrenlosen Kajaks. Es wird befürchtet, dass der Fahrer des Bootes den Unfall nicht überlebt hat. Angesichts der im Kajak gefundenen Kleidungsstücke und einem Handy konnte zudem nicht ausgeschlossen werden, dass eine zweite Person mit im Unglücksboot saß.

Martina Heinrich-Peter und ihr Sohn Ben aus Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) waren zusammen mit Stefan Clausen zum Tagesausflug nach Kollmar gekommen. Sie spazierten auf dem Elbdeich stromabwärts, als sie plötzlich Hilferufe hörten. Sie blickten aufs Wasser und entdeckten das in der Elbe treibende Kajak. „Das drehte sich wie ein Kreisel und daneben war deutlich in dem unruhigen Elbwasser der Kopf eines Menschen zu erkennen“, schildert Martina Heinrich-Peter. Sie alarmierte sofort die Rettungskräfte. Augenblicke später war dann nur noch das Kajak zu sehen. „Die Person war nicht mehr auszumachen und alles war plötzlich ruhig.“

Die Rettungsleitstelle löste für Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Großalarm aus. Zwei Rettungswagen waren schnell vor Ort, auf dem Elbdeich landete der Rettungshubschrauber „Christoph Hansa“ aus Hamburg. An der Suche nach dem Vermissten beteiligten sich die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Stade, die Besatzung des Einsatzbootes der Feuerwehr Glückstadt sowie die DLRG-Wachmannschaft aus Kollmar. Auch die Taucher-Einsatzgruppe der Itzehoer Feuerwehr traf ein, kam aber wegen einer zu starken Strömung sowie Wind und Wellen nicht zum Einsatz. Mitten im Geschehen auch Kai Schumacher und sein Team von der Feuerwehr Kollmar-Bielenberg. Sie warteten auf eine erlösende Nachricht. Doch vergeblich. Vielmehr entdeckten Einsatzkräfte, als sie das Kajak ans Ufer zogen, zwei Handys und zwei Paar Schuhe.

90 Minuten nach dem ersten Alarm rückten Rettungsdienst und Rettungshubschrauber wieder ab. Von da an konzentrierte sich dei Suche stromabwärts. „Wir können im Augenblick nichts mehr tun. Was jetzt kommt, fällt nicht mehr unter eine Rettung, sondern nur noch unter eine Bergung“, sagte Kai Schumacher sichtlich betroffen.

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