Osdorf : Helge Kohrt ist Bürgermeister

Wechsel in Osdorf: Helge Kohrt (r.) und sein Vorgänger, Joachim Iwers.
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Wechsel in Osdorf: Helge Kohrt (r.) und sein Vorgänger, Joachim Iwers.

Junger Senkrechtstarter der SPD gewinnt die Bürgermeisterwahl in Osdorf gegen Joachim Iwers.

shz.de von
25. Juni 2018, 13:01 Uhr

Osdorf | Helge Kohrt (SPD) ist neuer Bürgermeister von Osdorf. Der 29-jährige Diplomfinanzwirt und Finanzbeamte arbeitet als Steueroberinspektor beim Amt für Informationstechnik in Kiel. Er folgt auf Joachim Iwers (Wählergemeinschaft Osdorf WGO), der das Amt eine Wahlperiode lang inne hatte. Der 67-Jährige unterlag in einer offenen Abstimmung seinem jungen Gegenkandidaten, der von SPD und CDU unterstützt wurde. Die CDU hatte keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt.

Helge Kohrt ist der erste SPD-Bürgermeister in Osdorf und der jüngste, den die Gemeinde je hatte. Er ist nicht nur neu im Amt des Bürgermeisters, sondern auch neu in der Gemeindevertretung. Allerdings ist Kohrt, der schon immer in Osdorf lebt, bereits seit zehn Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. So war er zehn Jahre bürgerliches Mitglied im Sozialausschuss, fünf Jahre im Finanzausschuss und zwei Jahre in der Schulverbandsversammlung des Schulverbandes Osdorf/Noer/Felm. Aber auch außerhalb der Kommunalpolitik hat er sich ehrenamtlich engagiert. Er war zehn Jahre Jugendwart beim Osdorfer Sportverein, hat den Jugendraum der Kirchengemeinde geleitet und begleitet jährlich die Herbstfreizeit vom OSV. Seine persönliche Leidenschaft gilt dem Tennis und Tischtennis sowie Borussia Dortmund. Um Zeit für sein neues Ehrenamt zu haben, hat Kohrt seine Arbeitszeit auf 85 Prozent reduziert.

In seiner Antrittsrede dankte Kohrt seinem Vorgänger für sein Engagement und versprach, dessen Projekte zu Ende zu führen. Es werde aber auch Neuerungen geben. So plane er eine regelmäßige Dorfkonferenz. Dazu will er Verantwortliche aus Vereinen und Verbänden, der Politik, aber auch Unternehmen, an einen Tisch holen.

Beifall erhielt er im voll besetzten Saal von Dibberns Gasthof für seine Forderung an Bund und Land nach mehr finanzieller Unterstützung der Kinderbetreuung. „Das Problem sind die Betriebskosten. Kitagebühren zwischen 200 und 450 Euro sind für Alleinerziehende eine finanzielle und planerische Katastrophe. Frau Merkel, Herr Scholz, Herr Günther, Frau Heinold, schicken Sie das Geld endlich dorthin, wo es gebraucht wird, in die Kommunen! “

Die CDU wurde stärkste Fraktion bei der Kommunalwahl. Sie stellt wie bereits in der letzten Wahlperiode fünf Gemeindevertreter. Die WGO musste einen Sitz an die SPD abgeben und ist jetzt mit vier Gemeindevertretern dabei. Die SPD stellt vier Gemeindevertreter. In der vorigen Wahlperiode waren es nur drei. Die Wahlen zu den Ausschüssen und für die Osdorfer Vertreter in übergemeindlichen Gremien erfolgten in offener Abstimmung und einstimmig. Die Fraktionen hatten sich im Vorfeld der konstituierenden Sitzung auf die Besetzungen der Gremien geeinigt.

Kohrt verabschiedete langjährige Gemeindevertreter und dankte ihnen für das Engagement: Raven Kurtz (WGO) war seit 2016 Mitglied der Gemeindevertretung. Im Finanzausschuss bleibt er als bürgerliches Mitglied. Günter Winkel (SPD) war seit 2002 im Bauausschuss und seit 2016 in der Gemeindevertretung. Günter Baasch (CDU) war seit 32 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv, davon seit 1990 – mit Ausnahme einer Wahlperiode – Mitglied der Gemeindevertretung. Von 1994 bis 1998 und von 2008 bis 2013 war er Vorsitzender des Bauausschusses. Jens Hansen (CDU) war seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik engagiert. 15 Jahre gehörte er der Gemeindevertretung an, davon die letzten zehn Jahre als stellvertretender Bürgermeister. Acht Jahre war er Vorsitzender des Schulverbandes. Neu in der Gemeindevertretung sind: Hauke Hammerich (CDU), Helge Kohrt (SPD),) Peter Hammerich (CDU), Heike Grube (SPD).

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