Haus Ueterst End: Streit um Subvention

Die Mitglieder des SHHB beraten über den Verkauf des Heimathauses an der Kirchenstraße Uetersen (Haus Ueterst End). Rechts: Vorsitzender Burkhard Klietz.
Die Mitglieder des SHHB beraten über den Verkauf des Heimathauses an der Kirchenstraße Uetersen (Haus Ueterst End). Rechts: Vorsitzender Burkhard Klietz.

SHHB und Vertriebene sollen 100 000 Euro zahlen

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29. März 2018, 16:05 Uhr

Es gibt wieder einmal Streit innerhalb der Stadt. Weder das Bleekerstift noch die Parkpalette bilden diesmal den Zankapfel, sondern das Haus Ueterst End an der Kirchenstraße 7. Das Heimathaus soll an die Kirche verkauft werden. Nach Informationen unserer Zeitung für 360 000 Euro. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde „Am Kloster“ möchte in das Gebäude ihr Gemeindezentrum (aktuell noch an der Jochen-Klepper-Straße gelegen) integrieren. Eigentümer sind der SHHB „Ueterst End“ und die Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen in Uetersen und Umgebung“. Und diese beiden Vereine sollen nun nicht nur Gelder empfangen, sondern auch bezahlen − an die Stadt. Das jedenfalls hat zuletzt der Hauptausschuss in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Dabei soll es um insgesamt 100  000 Euro gehen. Der Betrag setzt sich aus Subventions- und Zinsforderungen zusammen.

Beide Vereine nutzen das Gebäude seit mehr als 35 Jahren. Damals erfolgte die Übertragung des Grundstücks und Gebäudes durch die Stadt an die Vereine unentgeltlich. Der in Uetersen lebende Jurist und Mitglied im Kirchengemeinderat, Christian Staecker, ist der Ansicht, dass die Forderungen der Stadt unbegründet sind. Zwar gelte auch bei der hier vorliegenden Übertragung das Subventionsrecht, jedoch sei ihm kein einziger Fall bekannt, nachdem eine Zweckbindungsdauer (dieser Subvention) über 35 Jahre aufrecht erhalten werden könne. Demnach könne die Stadt keine weiteren Bedingungen mehr stellen.

Das Thema wurde im Rahmen der Jahresversammlung des SHHB-Ortsvereins „Ueterst End“ öffentlich behandelt. Dabei wurde auch gesagt, dass man sich mit der Kirchengemeinde handelseinig sei. Demnach, informierte Vorsitzender Burkhard Klietz, verzichte man auf den Anteil an der Kaufsumme (180 000 Euro) und habe dafür mit der Kirchengemeinde ein kostenloses Nutzungsrecht für fünf Jahre vereinbart. Der SHHB darf das Gebäude demnach monatlich einmal nutzen − mit Möglichkeit der Verlängerung. Ob der Streitfall außergerichtlich beigelegt werden kann oder ein Gericht erreichen wird, bleibt abzuwarten.

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