zur Navigation springen

Hamburg wirbt um Touristen aus China

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hansestadt setzt auf Luxus-Shopper und Musik-Liebhaber

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Hamburg buhlt um den Reiseweltmeister – und ganz Norddeutschland könnte davon profitieren: Mit einer beispiellosen Offensive wirbt die Hansestadt in China um Touristen aus dem Reich der Mitte, das mit 83 Millionen Auslandsreisenden gerade Deutschland vom Thron des Urlaubsweltmeisters gestoßen hat. „Hamburg ist für chinesische Touristen bisher ein Hidden Champion, das wollen wir ändern“, sagte Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, in Shanghai. Gemeinsam mit Tourismus-Chef Dietrich von Albedyll führte er eine 40-köpfige Tourismus-Delegation in Hamburgs Partnerstadt und nach Peking, um die Vorzüge der Stadt anzupreisen. Mit Erfolg, wie Schmidt-Trenz nach der gut einwöchigen Visite bilanziert: „Wir konnten die wichtigsten Argumente für einen Besuch Hamburgs – die Themen ‚Luxusshopping‘ und ‚Musikstandort Hamburg‘ – erfolgreich kommunizieren.“

Tatsächlich zählten Vertreter der Edelgeschäfte Juwelier Wempe und Mont Blanc zum Tross. „Die Chinesen sind Big Spender“, weiß der Kammer-Hauptgeschäftsführer. In der Wirtschaftsmacht gebe es eine stetig größer werdende Gruppe wohlhabender Luxusliebhaber. Auf zahlungskräftige Besucher hoffen auch andere Delegationsteilnehmer, etwa die Direktoren der Vorzeigehotels „Atlantic“ und „Baseler Hof“.

Noch ist die Zahl der Chinesen überschaubar, die es an die Elbe verschlägt. 50 000 Übernachtungen zählt die Statistik für dieses Jahr, angesichts von insgesamt fast elf Millionen Übernachtungen ein verschwindend geringer Anteil. „Aber immer mehr Chinesen reisen und immer mehr reisen individuell“, sagt Tourismus-Experte Wang Cheng. Cheng hält das Ziel der Hamburger Touristiker für realistisch, die Zahl der Gäste aus China bis 2020 zu verdoppeln. Allerdings rät er: „Hamburg allein ist als Destination zu klein. Wir müssen Pakete mit anderen Reisezielen packen.“

Chinesen denken bei Deutschland derzeit noch viel eher an München und Berlin. Hamburg müsse seine „Sichtbarkeit in China deutlich verbessern“, resümierte Tourismuschef von Albedyll nach Gesprächen mit Reiseanbietern vor Ort. Und dabei vermehrt auch auf „starke Bilder und große Emotionen“ setzen, findet Schmidt-Trenz.

Vor dem Hamburg House in Shanghai ist diese neue Sichtbarkeit derzeit eindrucksvoll zu besichtigen. Der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer hat dort den ersten Hamburger Weihnachtsmarkt auf chinesischem Boden eröffnet, der seinem Vorbild an der Alster denkbar nahe kommt. Bei Glühwein und Brezeln erfahren Shanghaier dort, was deutsche Advents-Gemütlichkeit bedeutet.

Von dem erhofften Ansturm aus Fernost würden auch Hamburgs Nachbarn profitieren, versichert Thorsten Tschirner, von der Hamburg Tourismus Gesellschaft. „Schon jetzt enthalten unsere Hamburg-Pakete Abstecher nach Lübeck, Sylt, Schwerin und Lüneburg.“ Denn das Umland biete Facetten, die der Metropole fehlten: Natur, Mittelalterkulisse – und Marzipan.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen