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Hamburg testet flexible Grundschulzeiten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Ein begabtes Kind geht nur noch drei Jahre zur Grundschule, eines mit Lernproblemen bis zu fünf: Nach diesem Modell wollen Hamburgs Grüne die vierjährige Grundschule in der Hansestadt grundlegend umstellen. Laut ihrem Antrag, der kommende Woche in der Bürgerschaft debattiert wird, sollen die ersten beiden Grundschuljahre künftig zusammengefasst werden. In jahrgangsübergreifenden Klassen lernen die Kinder den Stoff der Klassen 1 und 2. Wer schnell vorankommt, soll schon nach einem Jahr in die dritte Klasse wechseln, wer deutlich länger braucht, nach drei Jahren. Unter- oder Überforderung würden so vermieden.

Hintergrund ist eine Entwicklung, die Fachleute zusehends beunruhigt. Pädagogen registrieren bei der Einschulung immer größere Unterschiede im Vorwissen der Sechsjährigen. Können einige Abc-Schützen bereits fließend lesen und schreiben, hapert es bei anderen schon beim fehlerfreien Sprechen. Deshalb soll jedes Kind die nötige Zeit bekommen, um sich in seinem Tempo die elementaren Kenntnisse anzueignen.

Nicht nur die Elternkammer Hamburg unterstützt den Vorschlag der Grünen, auch die regierende SPD ist grundsätzlich für eine Flexibilisierung, lehnt aber eine flächendeckende Umstellung ab. „Wir wollen jahrgangsübergreifendes Lernen an Grundschulen an etwa zehn Piloteinrichtungen zunächst testen“, sagt SPD-Bildungsexperte Lars Holster. An diesen Schulen werde die Grundschulzeit ab dem kommenden Schuljahr zwischen drei und fünf Jahren liegen.

Andernorts in Deutschland ist die Bildungspolitik schon weiter. Mehrere Bundesländer haben Pilotversuche bereits vor Jahren begonnen, darunter Schleswig-Holstein.

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