Gut beraten in Uetersen

Die Gleichstellungsbeauftragte Christiane Greve steht Frauen und Männern mit ihrem Rat bei.
Die Gleichstellungsbeauftragte Christiane Greve steht Frauen und Männern mit ihrem Rat bei.

Sommerserie: Anlaufstellen zu Bereichen des Lebens − heute: Sprechstunde für Frauen in schwierigen Lagen

shz.de von
16. August 2018, 16:13 Uhr

Die Themen, mit denen die Gleichstellungsbeauftragte Christiane Greve in ihrer Sprechstunde konsultiert wird, sind vielfältig. Sie berät, hilft und unterstützt Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenssituationen und bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Dank guter Vernetzung kann sie die Ratsuchenden an spezialisierte Beratungsstellen vermitteln.

Die Bürgerinnen, die Greve aufsuchen, kommen mit einem weiten Spektrum an Problemen. Manche befinden sich in schwierigen Trennungs- oder Scheidungssituationen, andere erwägen, sich zu trennen. Manche Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt. Eine große Gruppe benötigt Rat rund um das Berufsleben, wie die Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit, rechtliche Probleme bei Minijobs oder Fragen zum Mutterschutz. „In Uetersen gibt es keine weitere Anlaufstelle speziell für Frauen“, so Greve, „kein Frauenhaus, keine Frauenberatungsstelle und keine hauptamtliche Sozialberatung.“ Entsprechend vielfältig sind die Anliegen ihrer Besucher. Viele erkundigen sich auch erst einmal telefonisch, ob sie mit dem Thema bei ihr richtig sind. „Lieber einmal mehr kommen als allein bleiben mit einer Fragestellung“, so die Haltung der Gleichstellungsbeauftragten.

Gleichstellung bedeutet die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Entsprechend steht ihre Sprechstunde natürlich auch Männern offen. Einige machen davon Gebrauch, beispielsweise bei Fragen zur Elternzeit. „Die allermeisten, die mich aufsuchen, sind allerdings Frauen“, berichtet Greve.


Die Gespräche sind vertraulich

Die Gespräche sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Oftmals hilft allein die Perspektive einer unbeteiligten Person. Für viele Problemlagen liegt detailliertes Infomaterial bereit, beispielsweise ein von allen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Pinneberg herausgegebener Rechtsleitfaden für Betroffene in Trennungssituationen. „Zudem verweise ich während der Erstberatung auf spezialisierte Beratungsstellen“, sagt Greve. So vermittelt sie die Frau mit Behinderung und Jobwunsch an die Integrationsfachstelle oder die Mutter mit dem Wunsch nach dem beruflichen Wiedereinstieg an „Frau und Beruf“. Letztere bietet mehrmals im Jahr auch mobile Einzelberatungen in Uetersen an. In Kooperation mit der evangelischen Familienbildungsstätte gibt es zudem zweimal jährlich eine Infoveranstaltung über Elterngeld und Elternzeit.

Einen Überblick über alle Anlaufstellen, Bildungsstätten und Möglichkeiten, die Mädchen, Frauen, Müttern und Seniorinnen das Leben erleichtern, bietet das „Handbuch für Frauen im Kreis Pinneberg“, das von den Gleichstellungsbeauftragten erarbeitet wurde und laufend aktualisiert wird. Aufgeführt sind auch Angebote für besondere Personengruppen, für Alleinerziehende, Migrantinnen oder Lesben, sowie alle wichtigen Stationen bei Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft. Neben dem Beratungsauftrag wacht die Gleichstellungsbeauftragte, die seit März 2018 aufgrund eines Landesgesetzes in Vollzeit beschäftigt ist, über die Gleichstellung bei den Personalentscheidungen der Stadt. Sie hat Rederecht in allen politischen Ausschüssen und kann die Anliegen ihrer Klientel auf diese Weise in das Licht der Politik und der Öffentlichkeit rücken.


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