Grüne: „Fridays-for-Future“-Aktivist Blasel bekommt viel Konkurrenz

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21. Oktober 2020, 17:09 Uhr

Kiel | Es war ein kleiner Coup für Schleswig-Holsteins Grüne: Im August erklärte der Kieler „Fridays-for-Future“-Aktivist Jakob Blasel (Foto), dass er auf der Grünen-Landesliste für die Bundestagswahl 2021 kandidieren will. Die Parteispitze freute sich über den bundesweit bekannten Bewerber aus der Klimaschutzbewegung – doch nun bekommt der 20-jährige Student auf dem Nominierungsparteitag der Grünen am 31. Oktober in Büdelsdorf kräftig Konkurrenz: Gleich fünf weitere Kandidaten wollen ebenfalls um den von Blasel angestrebten aussichtsreichen Listenplatz sechs kämpfen.

Zwar sitzen derzeit nur drei Grüne aus Schleswig-Holstein im Bundestag – Luise Amtsberg, Konstantin von Notz und Ingrid Nestle. Doch wegen der seit langem stabil bei 20 Prozent liegenden Umfragewerte der Grünen könnten es bei der Wahl nächstes Jahr doppelt so viele werden. Daher sind diesmal auch die Listenplätze fünf und sechs sehr interessant – und stark umkämpft. Auf den ersten vier Plätzen gibt es dagegen noch keine Herausforderer für die drei sich wieder bewerbenden Bundestagsabgeordneten und den auf Platz zwei erstmals kandidierenden Bundeschef Robert Habeck.

Gegen Blasel treten der Lübecker Wahlkreiskandidat und Student Bruno Hönel an, der Ostholsteiner Zimmerer Jakob Brunken, der Segeberger Personaler Dennis Heine, der Stormarner Arzt Rolf Thielmann sowie ein weiterer „Fridays-for-Future“-Kämpfer: der Bargteheider Nils Bollenbach, der mit 19 noch ein Jahr jünger ist als Blasel. Zwar scheint Blasel unter den sechs der Favorit zu sein – doch wer sich am Ende durchsetzt, ist bei den Grünen nicht leicht vorherzusagen.

Zumal auf Platz sechs auch noch die beiden Frauen antreten könnten, die zuvor im sich abzeichnenden Dreikampf um Platz fünf unterlegen sein werden. Hier bewerben sich bisher die Uetersener Lehrerin Bianka Ewald, die Dithmarscher Grünen-Kreisvorsitzende und Sozialarbeiterin Denise Loop und die Kieler Politikwissenschaftlerin Kim-Kathrin Lewe. Die ungeraden Listenplätze sind bei den Grünen stets den Frauen vorbehalten – die geraden aber nicht nur den Männern.


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