Große Resonanz auf Matinee im Zeichen des Friedens

Helmut Welk vom Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg, zählte zu den Rednern.
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Helmut Welk vom Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg, zählte zu den Rednern.

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04. September 2018, 16:00 Uhr

„Frieden schaffen ohne Waffen“ – das Motto der Friedensbewegung war am Antikriegstag auf der Batavia immer noch oder gerade wieder eine Herzensangelegenheit. Für Abrüstung und gegen erneute Aufrüstung setzten sich auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Friedenswerkstatt Wedel so viele Wedeler ein, dass die Batavia fast aus allen Nähten platzte.

„Nach der geplanten Aufrüstung der Bundeswehr steht es schlimm um den Frieden“, führte Irmgard Jasker von der Friedenswerkstatt in das Thema ein. Der Verteidigungsetat nehme zu, die Bemühungen um Entspannung würden immer weniger, wie an Sanktionen gegen Russland und viel zu wenigen Gesprächen zu sehen sei. „Hier findet eine Vergiftung des Denkens statt“, sagte Jasker. Dagegen wollten Friedenswerkstatt und der DGB ein Zeichen setzen und begrüßten als prominente Gäste den russischen Generalkonsul Alexander Fokin und den Attaché Fidorenko aus dem Konsulat der Russischen Förderation in Hamburg. Fokin erläuterte: „Wir bemühen uns sehr, dass wir mit den Deutschen eine enge Freundschaft halten und auf keinen Fall in einen Krieg geraten.“

Hauptredner Jürgen Brüggemann, Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bunds der Antifaschisten, aus Elmshorn bemühte die Geschichte, um nachzuweisen, wie viele Chancen es schon gegeben hat, um Frieden zu sichern. Er erinnerte, wie nach dem Zweiten Weltkrieg neue Kriege entstanden seien, von denen nur die Rüstungsindustrie profitiert habe. Als Beispiel nannte Brüggemann das atomare Wettrüsten, Kriege in Korea und Vietnam, die Kolonial- und Stellvertreterkriege. Auf dem Höhepunkt fragte der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko die westliche Welt: „Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ Die Sowjetunion löste sich auf, der Warschauer Vertrag verschwand – doch die Nato erweiterte ihren Stationierungsraum über Polen und die baltischen Staaten bis an die russische Westgrenze, ständige Manöver folgten, entgegen aller anderen Zusagen, so Brüggemann.

Auch im Südwesten Russlands bis an das Schwarze Meer entstanden laut Brüggemann solche Konfliktpunkte. Ein schwedisches Friedensforschungsinstitut habe ermittelte, dass Russlands Rüstungsausgaben 2016 bei unter 60 Milliarden US-Dollar lagen, die USA hingegen 611 Milliarden US-Dollarinvestierten, die der aktuelle Präsident Donald Trump noch auf 700 Milliarden Dollar erhöhen will. So habe Russland beispielsweise zwölf Militärbasen, die USA hingegen 800.

Das alles diene, sagte Helmut Welk vom Friedensnetzwerk Pinneberg, nur einem Ziel: Die Hauptsorge der USA sei nicht der Terrorismus, sondern Weltmacht zu bleiben. Dabei versuche sie, eine Zusammenarbeit zwischen Russland, Asien und Europa zu verhindern. Und genau deswegen, da war sich die Akteure auf der Batavia einig, werden sie weiterhin in freundschaftlichem Gespräch bleiben.

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