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12. Dezember 2017 | 02:30 Uhr

Gibt es bald 18-jährige Landräte?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 13:01 Uhr

In keinem anderen Bundesland gibt es so strenge Regeln wie in Schleswig-Holstein – zumindest was die Altersbeschränkung bei Landräten und hauptamtlichen Bürgermeistern angeht. Genau das will die FDP im Landtag nun ändern und hat einen Gesetzentwurf eingebracht, nach dem Schleswig-Holsteiner schon mit 21 Jahren gewählt werden dürfen.

Die Regierungsfraktionen sprachen sich für den Vorschlag aus, manchem Politiker geht er gar nicht weit genug. „Eigentlich brauchen wir gar keine Altersgrenze, Hauptsache der Kandidat ist volljährig“, sagte der Abgeordnete Wolfgang Dudda. Man solle jungen Menschen mehr Chancen geben, forderte Lars Harms (SSW).

Die Altersbeschränkung könne niemand mehr vernünftig begründen, erklärte sein Kollege Kai Dolgner von der SPD. Die Entscheidung sei immer individuell: „Während Alexander der Große bereits mit 26 Jahren ein Weltreich erobert hatte, könnte er heute in Schleswig-Holstein nicht mal hauptamtlicher Bürgermeister werden. Andererseits gibt es auch 40-Jährige, die nicht einmal ihren eigenen Hund unter Kontrolle haben.“ Man müsste den Wählern vertrauen. „Am Ende haben sich bislang Spaßkandidaten nie durchgesetzt.“

Die FDP forderte weiter, die Altersobergrenze abzuschaffen, die derzeit bei 68 Jahren liegt – und erhielt auch dafür die Unterstützung aus anderen Fraktionen. „Wenn jemand noch fit genug ist, den Job zu machen und eine Mehrheit im Rat oder von den Wählern bekommt, warum nicht?“, sagte Ines Strehlau (Grüne). Allein Petra Nicolaisen (CDU) zeigte sich skeptisch bei der Aufhebung der oberen Altersgrenze. Es gebe durchaus Gründe, die für eine solche Begrenzung sprächen. Auch der Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Gemeindetags, Jörg Bülow, sprach sich auf Anfrage für eine Beibehaltung der Grenzen aus. „Das Amt als Kommunalpolitiker ist sehr anstrengend. Dafür braucht man Erfahrung, muss physisch und psychisch sehr belastbar sein.“ Wenn das Gesetz komme, rechnet er aber nicht mit einem Massenansturm an jungen Kandidaten.

Innenminister Andreas Breitner (SPD) machte es kurz: „Wir danken der FDP für den Antrag, es gibt gute Argumente dafür, wir freuen uns auf die Diskussion im Innen- und Rechtsausschuss.“

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