Geld für Kitadach-Sanierung

Der Grundstein für die Kita Elbarche in Haseldorf wurde erst im Juni 2012 gelegt, nun wird eine teure Dachsanierung fällig.
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Der Grundstein für die Kita Elbarche in Haseldorf wurde erst im Juni 2012 gelegt, nun wird eine teure Dachsanierung fällig.

Haselauer Rat gibt grünes Licht für Baumaßnahme in Haseldorf / Freie Wähler ziehen Antrag auf Widerspruch in Sachen Amtshaus zurück

shz.de von
24. Mai 2018, 16:00 Uhr

Gleich zwei kostenintensive Projekte haben die Mitglieder des Haselauer Gemeinderats in ihrer letzten Sitzung in alter Besetzung zur Beratung auf dem Tisch gehabt. Zum einen ging es um die Sanierung der Kindertagesstätte Elbarche in Haseldorf, die von Haselau mit getragen wird. Zum anderen um den Beschluss des Amtsausschusses des Amts Geest und Marsch Südholstein (Gums), über die Anmietung eines noch zu bauenden Amtshauses durch die Raiba Elbmarsch in Heist (unsere Zeitung berichtete). Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Haselau (FWH) hatte einen Antrag gestellt, gegen die Entscheidung, verbindlich einen Mietvertrag auszuhandeln, Widerspruch einzulegen. Begründet wurde er mit den Mehrkosten für Haselau in Höhe von jährlich mindestens 25 000 Euro. Der Antrag wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung nach Informationen unserer Zeitung lebhaft diskutiert. Letztendlich aber zogen die Freien Wähler ihren Antrag auf Widerspruch zurück. Er hätte ohnehin nichts mehr bewirkt, denn die Einspruchsfrist läuft heute aus und Haselaus Bürgermeister hätte laut Gesetzeslage gegen den Einspruch der Gemeinde seinerseits wieder Einspruch einlegen müssen. Dennoch sehen die Freien Wähler ihre Initiative als Erfolg an. Denn der Amtsdirektor wisse nun, dass der Haselauer Rat alle Schritte in Sachen Amtsneubau genauestens beäuge und hinterfrage, so ein Insider.

Um die Wichtigkeit des Themas Dachsanierung deutlich zu machen, hatte Angela Dücker (Foto, rechts), Leiterin der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Elbarche in Haseldorf, ihre Mitarbeiter zusammengetrommelt, um durch personelle Präsenz Druck zu machen. Das war aus Sicht der Kommunalpolitiker gar nicht nötig, denn es herrschte Einigkeit darüber, dass etwas geschehen müsse. Wegen einer Erkrankung von Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) wurde die Sitzung von seinem ersten Stellvertreter, Gunter Küchler (FWH), geleitet. Er wünschte Herrmann öffentlich gute Genesung.

Über die Parteigrenzen hinweg stieß es den Kommunalpolitikern sauer auf, dass sie schon wieder in die Kita investieren müssen, immerhin war die Grundsteinlegung erst im Juni 2012. Laut Küchler seien im November 2017 Deckendurchfeuchtungen festgestellt worden. Zwischen Dezember und April seien sowohl Teile der Innendecken als auch des Daches geöffnet worden. Dabei seien starke Schäden festgestellt worden. Aufgrund von Schimmelfund wurden Raumluftmessungen veranlaßt, die aber negativ ausfielen. „Es gibt also keine Gefahr für die Nutzer“, sagte Küchler. Da es größere Schäden seien, müsse so schnell wie möglich gehandelt werden, betonte Küchler.


Klage vor Gericht verworfen

Debattiert wurde darüber, ob ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden soll, um Regressansprüche geltend zu machen. Dazu müsse ein Gutachter hinzugezogen werden. Kosten: 8000 bis 15 000 Euro. Die Gewährleistungszeit der Handwerker sei abgelaufen, einzig die des Architekten nicht, der Hilfe signalisiert habe. Amtsdirektor Jürgensen berichtete von einem ähnlichen Fall in einem anderen Gums-Dorf. Dort sei 2015 der Klageweg beschritten worden. Der erste Termin sei nun für August angesetzt. „Ich bin gern vor Gericht, das macht Spaß, aber ihr Weg ist besser“, ermutigte Jürgensen die Haselauer, gleich zu sanieren, statt zu klagen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde beschlossen, die Sanierung für die Sommerferien einzuplanen – wenn der Haseldorfer Gemeinderat ebenfalls zustimmt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 124 000 Euro – das ist die Summe, die eigentlich als Kita-Abrechungsüberschuss wieder in die beiden Gemeindekassen zurückfließen sollte.

Ziel ist es, die Arbeiten während des laufenden Betriebs abzuschließen. Dücker und ihre Kollegen machen sich allerdings Sorgen darüber, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Auch wie die Lärmbelästigung aussieht, wollte sie wissen. „Wir sitzen dann mit 110 Kindern auf einer Baustelle“, mahnte sie. Küchler versprach, dass es detaillierte Absprachen geben werde. SPD-Gemeindevertreter Rudolf Zilles rief zu Flexibilität auf. „Die Alternative ist, die Kita zuzumachen. Wir haben uns dagegen ausgesprochen. Und das will doch wohl auch keiner“, sagte er zu Dücker. So wild werde es bei den Sanierungsarbeiten nicht. Es solle ein provisorisches Dach errichtet werden, das die Arbeit bei jeder Witterung ermögliche.

Das Wasser war eingedrungen, weil ein Laubhaufen den Abfluss verstopft hatte. Dafür gab es Schelte an die Kirche, die Kita-Betreiber ist. Der Architekt habe sich nun eine technische Lösung überlegt, damit ein Eindringen nicht mehr möglich sei. Es wurde auch darüber nachgedacht, einen Wartungsvertrag an eine Dachdeckerfirma zu vergeben, die zweimal im Jahr kontrolliert.

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