Gänse-Schäden: Habeck will europaweite Lösung

Kay Müller von
11. Mai 2018, 17:06 Uhr

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat sich für ein europäisches Gänsemanagement ausgesprochen. „Eine massive Bejagung oder Vergrämung der Gänse allein in Schleswig-Holstein würde wenig Sinn machen, weil Tiere aus Dänemark oder den Niederlanden sofort nachziehen würden.“

Vor allem die Landwirte an der Westküste, aber auch teils im Binnenland oder auf Fehmarn klagen über massive Verluste, weil ihnen Nonnen- und Graugänse Gras und Saatgut wegfressen. „Das wird zunehmend zur ökonomischen Belastung, weil sich die Bestände enorm vermehrt haben“, sagt Habeck.

Die Landwirte fordern eine stärkere Bejagung der Tiere, vor allem aber Entschädigungen für die Fressschäden. Bislang setzt das Land dabei auf Vertragsnaturschutz und gibt dafür 2,2 Millionen Euro pro Jahr aus. Wenn Landwirte bestimmte Auflagen auf ihren Flächen akzeptieren und die Gänse dulden, können sie bis zu 360 Euro pro Hektar an Entschädigung bekommen. Die Bauern bemängeln aber, dass das ihren wirtschaftlichen Verlust nicht auffangen könne.

Das Ministerium will sich nun für eine europäische Lösung einsetzen – und dort auch über mögliche Entschädigungen verhandeln, wie Habecks zuständiger Abteilungsleiter Thorsten Elscher im Agrar- und Umweltausschuss des Landtages sagte: „Wenn der Schaden durch europarechtlich geschützte Arten hervorgerufen wird, erschließt sich mir nicht, warum dass nicht möglich sein sollte.“

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