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25. September 2017 | 22:47 Uhr

Für Insulaner wird es eng

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf ihrer Konferenz beschließen die Insel- und Halligbürgermeister, gegen Plastikmüll vorzugehen – und gegen Wohnungsmangel

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 13:39 Uhr

Auf der 32. Insel- und Halligkonferenz haben die Teilnehmer gestern eine Resolution verabschiedet, mit der Dauerwohnraum für die Bewohner gesichert werden soll. Die Vertreter von 26 schleswig-holsteinischen Insel- und Halliggemeinden und der Stadt Wyk auf Föhr billigten die Resolution an die Bundesregierung zur Änderung des Baugesetzbuches in Utersum auf Föhr einstimmig. „Die Urlauberzahlen steigen, aber viele Menschen haben nicht mehr genug Wohnraum“, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer. „Wir versuchen, dass der Dauerwohnraum erhalten bleibt.“

Es solle verhindert werden, dass neu geschaffener Wohnraum einfach wieder verloren gehe, indem er zur Zweitwohnung werde. Singer stellte zudem einige „Megatrends des Nordens“ vor. „Es geht nicht, dass wir nur vom Tourismus abhängig“, erläuterte Singer. „Wir wollen auch eine Energie-Service-Insel werden.“

Das könne durch den gerade im Bau befindlichen Servicereaktionshafen erreicht werden, der Unterbringungsmöglichkeiten für Offshore-Techniker und auch Liegeplätze bietet. Bis Mitte 2015 soll der Hafen fertig sein – eine Chance für Strukturwandel, glaubt Singer.

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde der Beschluss, Aktivitäten zur Verringerung von Plastikmüll zu unterstützen. Plastiktüten sollten künftig tabu sein, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Manfred Uekermann. In den Verbrauchermärkten solle eine Sensibilisierung für das Thema erreicht werden. Auch mit der Frage, ob eine zweite Fährlinie zwischen den Inseln und Halligen wünschenswert sei, hatte sich zuvor eine Arbeitsgruppe beschäftigt. Vertreter der Konferenz hatten Gespräche mit einem Hamburger Unternehmen geführt, das neue Verbindungen anbieten will.

Begonnen hatte die Konferenz am Mittag mit einem Jugendkongress, der erstmals stattfand. Schüler der Eilun-Feer-Skuul stellten den Vertretern der Insel- und Halliggemeinden ihre Gedanken zu verschiedenen Themen vor. Es ging beispielsweise um Biogasanlagen, um das Naturschutzgebiet Wattenmeer und einen Klimalehrpfad für Föhr. Der Konferenz-Vorsitzende Uekermann lobte die Lehrpfad-Gruppe: „Mit den Vorschlägen, die ihr erarbeitet habt, ist das schon ein ganz gutes Konzept. Jetzt fehlt nur noch die Umsetzung.“ Eine Mädchengruppe hat sich um ein „Leben ohne Abfall“ gekümmert: „Wir haben zehn schockierende Fakten aufgearbeitet, wie das ist mit dem Müllverbrauch.“ Positiv überrascht zeigt sich am Ende Manfred Uekermann: „Das war ein toller Austausch von Politik und jungen Menschen, der nach Aussagen von beiden zielführend war.“ Jetzt müssten die Themen auch begleitet werden, „damit auch ein Erfolgserlebnis eintritt.“

Die nächste Insel- und Halligkonferenz findet im November in Kiel statt.

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