Für Hetzer im Netz gibt es keine Schonzeit

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27. September 2020, 19:54 Uhr

 Jägerin wehrt sich vor Gericht
„Der alte Lümmel dachte wohl, er könnte sich meine Pfauen holen.“ Zu diesem Satz postete das „Waidfräulein“, eine Jägerin aus Schleswig-Holstein, ein Foto von sich mit einem erlegten Fuchs. Was folgt, war eine Flut von Hasskommentaren – mehr als 2000 in nicht einmal 48 Stunden.

Um es mit anderen Worten zu sagen: Jeder, der noch über einen Rest Datenvolumen verfügt, sah sich veranlasst, bequem von der Couch und im vermeintlichen Schutz der Anonymität des Internets das „Waidfräulein“ zu beleidigen, zu bedrohen oder herabzuwürdigen. Dinge, die heute leider Alltag sind und nahezu jeden treffen können – man frage nach bei Grünenpolitikerin Renate Kühnast, bei Kabarettist Dieter Nuhr oder auch bei der 17-jährigen Gymnasiastin, die nach Shitestorms auf ihrer Facebockseite versuchte, sich das Leben zu nehmen.

Die junge Jägerin warf die Flinte nicht ins Korn – und erwirkte gegen mehr als 50 Hetzer Unterlassungserklärungen, straf- und zivilrechtliche Verurteilungen. Zu Recht. Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch auf Facebook oder anderen sozialen Medien schützt das Grundgesetz die Würde des Menschen. Daher müssen noch viel mehr Betroffene sich wehren, zur Polizei gehen und sich vor Gericht wehren. Hetzer haben auch im Internet keine Schonzeit.

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