Frischer Wind in der Gleichstellung

Die Gleichstellungsbeauftragte Beate Hohenstein empfängt Ratsuchende künftig in den Räumen der Stadtbücherei.
Die Gleichstellungsbeauftragte Beate Hohenstein empfängt Ratsuchende künftig in den Räumen der Stadtbücherei.

Beate Hohenstein möchte Alltag von Müttern erleichtern und berufliche Chancen von Mädchen verbessern

shz.de von
30. Juli 2018, 15:52 Uhr

Mit Beate Hohenstein hat die Stadt Tornesch seit Anfang Juli eine neue Gleichstellungsbeauftragte. Ihren Fokus will sie auf die Ermutigung von Mädchen sowie auf eine bessere Vereinbarkeit von Kindern und Beruf legen. Als Anlaufstelle fungiert künftig die Stadtbücherei.

Inga Pleines, die dieses Amt bis dahin inne hatte, wollte davon entbunden werden, um sich voll und ganz der Leitung der Volkshochschule zu widmen. In einem Interessenkundgebungsverfahren bat die Stadt ihre Mitarbeiterinnen um Bewerbungen. Hohenstein, die sich mit der Aufgabe der Gleichstellung identifiziert, stellte sich den Mitgliedern des Hauptausschusses am 18. Juni im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vor. Die Ratsversammlung sprach sich dann einstimmig für die Bestellung von Hohenstein aus.

Die Tätigkeit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten ist auf zehn Wochenstunden ausgelegt. Seit März 2017 sind Kommunen mit mehr als 15 000 Einwohnern verpflichtet, eine Gleichstellungsbeauftragte in Vollzeit zu beschäftigen. Uetersen mit rund 19 000 Einwohnern fällt unter diese Regelung, Tornesch nicht.

Hohenstein freut sich auf ihre neue Aufgabe. „Ich finde Gleichstellung total faszinierend“, sagt sie. „Das ist für mich Gleichberechtigung und damit Gerechtigkeit!“ Derzeit informiert sie sich bei Kolleginnen aus den umliegenden Gemeinden und bei der vorherigen Amtsinhaberin über das Aufgabenfeld und vernetzt sich mit weiteren Institutionen rund um Jugend und Familie. Seit zwölf Jahren arbeitet Hohenstein als Bibliotheksassistentin in der Bücherei. Hier ist sie für den Büchereibetrieb zuständig, aber auch in der Schulmedienverwaltung der Klaus-Groth-Schule tätig und für das Kreismedienzentrum. Für ihren neuen Job in der Gleichstellung wurde ihre Stelle dort entsprechend reduziert.

Engagement liegt bei Hohenstein in der Familie: Ihr Vater hat für die „Gewerkschaft für Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr“ (später Ver.di) Seminare über Eingruppierungsrecht gegeben, zudem war er Schwerbehindertenvertrauensmann. „Damit bin ich aufgewachsen“, sagt Hohenstein, die sich selbst seit vier Jahren im Personalrat engagiert und sich dort für optimale Arbeitsbedingungen ihrer Kollegen einsetzt.

Als Gleichstellungsbeauftragte möchte sich Hohenstein besonders um Mädchen kümmern. „Sie sollen gestärkt durchs Leben gehen, sie müssen beruflich nicht immer den Kürzeren ziehen“, findet sie. Auch die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt ihr am Herzen. Als alleinerziehende Mutter musste sie so manchen späten Nachmittag mit Babysittern abdecken. „Hier möchte ich ein Netzwerk errichten, das die Frauen ein bisschen freier macht“, formuliert sie ihr Ziel. Seit neun Jahren ist Hohenstein allein für die Erziehung der inzwischen fünfzehnjährigen Tochter zuständig. „In dieser Zeit wurden mir als Frau viele Steine in den Weg gelegt. Ich musste mich so oft in meinem Leben rechtfertigen“, sagt Hohenstein, „da möchte ich was für die Frauen tun.“ Als Gleichstellungsbeauftragte ist sie jedoch nicht nur Ansprechpartnerin für den weiblichen Teil der Bevölkerung: „Es geht um Gleichberechtigung, und das betrifft durchaus auch Männer.“

Aufgrund ihrer hauptberuflichen Tätigkeit ist der Arbeitsplatz der Gleichstellungsbeauftragten nun in der Bücherei angesiedelt. Hier soll es künftig auch Ausstellungen und Vorträge geben. Aus Gründen der Planbarkeit bittet Hohenstein darum, für Terminabsprachen das Kontaktformular der städtischen Homepage zu nutzen. Auch eine Terminvergabe unter Telefon (0 41 22) 9 64 60 ist möglich.

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