Friesland trifft auf Waldnymphen

Mit Alma wird in der Christuskirche mehr als gejodelt.
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Mit Alma wird in der Christuskirche mehr als gejodelt.

Festival Folk Baltica beschert Südtondern zwei außergewöhnliche Doppelkonzerte in Niebüll und Klanxbüll

shz.de von
21. April 2018, 10:54 Uhr

An sich liefert das diesjährige Folk-Baltica-Festival Südtondern Künstler gleich für vier Konzerte. Doch diese werden zu einem spannenden Mix an musikalischen Stilen und kulturellen Hintergründen zu zwei Doppelkonzerten zusammen auf die Bühne gestellt. Zum einen am kommenden Donnerstag, 26. April, ab 20 Uhr unter dem Titel „Berg und Meer“ in der Christuskirche Niebüll, zum anderen am Freitag, 27. April, um 20 Uhr zum „Trolldans“ im Charlottenhof in Klanxbüll.

„Doppelkonzerte werden immer beliebter und typischer für das Festival – stehen sie doch für die Brücken, die Folk Baltica geographisch und musikalisch bauen möchte“, sagt Nele Spitzley vom Organisationsteam. Der besondere Esprit dieser einmaligen künstlerischen Liaisons liegt in dem, was die beiden Ensembles – meist spontan und improvisiert – am Ende auch gemeinsam auf der Bühne performen.

In der Christuskirche treffen dafür mit Jens Jesse (Gesang, Gitarre, Ukelele und Gockenspiel) und Manuel Knortz (Gesang und Gitarre) – dem Duo „Dragseth“ – zwei gestandene Festivalkünstler, die für das Meer stehen, auf fünf junge Rising Stars der Folkszene. Nämlich auf „Alma“, die das Publikum mit auf die Reise in die österreichischen Alpen nehmen. Mit dabei die diesjährige Hauskünstlerin des Festivals, die Geigerin und Jodlerin Julia Lacherstorfer, die mit verschiedenen Ensembles an verschiedenen Orten auftreten wird.

Das Konzert im gewölbten Raum der Christuskirche beginnt heimatlich mit einem lange erwarteten Wiederhören mit „Dragseth“. Mit einem Finger auf der Landkarte streift der Maler und Musiker Manuel Knortz durch die Welt mit der nordfriesischen Kultur und Natur als Ausgangspunkt. Eigene Lieder werden behutsam mit Interpretationen der Texte von unter anderem Theodor Storm und dem friesischen Dichter Jens Mungard gemischt. Es wird auf Deutsch und auf Plattdeutsch gesungen, und die starke Inspiration von der Nordsee ist spürbar.

Danach sind in der Kirche neben Julia Lacherstorfer Evelyn Mair (Violine, Gesang), Matteo Haitzmann (Violine, Gesang), Marie-Theres Stickler (Hamonika, Gesang) und Marlene Lacherstorfer (Kontrabass, Gesang) zu hören und zu sehen. Vom Meer aus geht die Reise Richtung Süden, durch Europa in die Alpen. 2017 gewann „Alma“ den Ruth-Sonderpreis des deutschen Rudolstadt Festivals. Almas Neuinterpretation der reichen österreichischen Musiktradition hat ein großes internationales Echo erhalten. Sie definieren Traditionelles neu mit fein geschliffenen Arrangements, brillantem Spiel und würzen es mit schrägem Humor.

Auch in diesem Jahr macht das Festival Station in Klanxbüll. Unter dem Titel „Trolldans“ bieten die Gruppen „Sutari“ und „Huldrelokk“ eine ebenfalls spannende Mixtur für einen außergewöhnlichen musikalischen Ohrenschmaus. „Und eine Frauenpower, die für das gesamte Festival herausragend ist – und das fast in der Atmosphäre eines Privatkonzertes“, sagt Nele Spitzley.

Das polnische Trio „Sutari“ faszinierte schon 2017 das Publikum mit seinen starken Interpretationen der Musik seines Landes, originellen Instrumentalversionen, die unter anderem Küchengeräte beinhalten, und nicht zuletzt mit seiner großen Originalität. Der kraftvolle und dramatische Gesang entwickelt die reiche polnische Folkmusiktradition mit einem hohen Grad von Aufrichtigkeit weiter.

Die drei polnischen Frauen treffen auf drei skandinavische „Schwestern” vom Trio „Huldrelokk“, das sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre mit seinen kühnen Interpretationen von instrumentaler und skandinavischer Folkmusik, virtuosen Violinen, groovenden Gitarren und verlockenden Stimmen einen besonderen Namen gemacht hat. „Huldrelokk“ ist die Bezeichnung für den lockenden Ruf der Waldnymphen. Es bleibt abzuwarten, wie sehr das Trio die Zuhörer im nördlichen Nordfriesland aus der Reserve locken kann.

Karten für beide Konzerte gibt es an den beiden Veranstaltungsorten, direkt bei Folk Baltica (www. Folkbaltica.de, 0461/182936-16) oder sie können am kommenden Montag im Kundencenter des Nordfriesland Tageblatts in Niebüll bestellt werden.

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