zur Navigation springen

Frachter-Kollision im Nord-Ostsee-Kanal – Und schon wieder geht nichts mehr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Menschliches Versagen, technische Probleme oder zu starker Wind? Nach der Kollision zweier Frachter gestern morgen um 3 Uhr auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) hat die Ursachenforschung begonnen.

Die Positionsdaten, die beide Schiffe übermittelt haben, geben einen deutlichen Hinweis: Der niederländische Gastanker „Coral Ivory“ (116 Meter lang) hat die Kurve nicht gekriegt. Er fuhr aus dem Landeshafen Ostermoor nahe der Hochbrücke und wollte in Richtung Kiel – dabei wurde sein Bogen zu groß. Welche Rolle der Wind (Stärke Sieben aus Südwest) dabei gespielt hat, müssen die Experten klären. Das mit 4030 Tonnen Ammoniak beladene Schiff rammte den Küstenfrachter „Siderfly“ (100 Meter), der Richtung Elbe fuhr und bereits Platz gemacht hatte, als Lotse und Kapitän erkannten, dass es eng werden würde.

Das Schiff unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen, beladen mit Dünger, meldete nach der Kollision zwei Lecks im Rumpf. Sie sind drei bis fünf Meter groß. Die Positionsdaten zeigen, dass die „Siderfly“ daraufhin 40 Minuten später bei Kanalkilometer 7 in die Böschung trieb. „Dort lag sie mit 45 Grad Schlagseite“, so Ulrike Windhövel vom Havariekommando in Cuxhaven. „Mit Hilfe von zwei Schleppern, die das Schiff auf die Böschung drückten, konnte es gehalten werden“, erklärte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Michael Hartmann von der Lotsenbrüderschaft NOK I Brunsbüttel erklärt, wie danach weiter vorgegangen wurde: „Mit drei Ankern, die man in der Böschung verbuddelt hat, ist das Schiff gesichert worden.“ Wegen des Sturmes sollen die Schlepper aber vorerst weiter vor Ort bleiben. „Heute um 11 Uhr wird dann besprochen, wie die Bergung funktionieren kann“, so Hartmann.

Wenn alles gut läuft, soll die Wasserstraße heute wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Gestern Nachmittag warteten auf der Elbe nach Auskunft der Schifffahrtsverwaltung 15 Schiffe. In Kiel lagen zeitweise bis zu 20 auf Reede. Die anderen nahmen notgedrungen trotz des Sturms die Passage rund Skagen – so wie sie es in den vergangenen Monaten immer häufiger getan haben.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen