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19. Oktober 2017 | 21:12 Uhr

Flucht endet kurz vor der Grenze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Syrer wollen vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land nach Schweden fliehen – 85 von ihnen stoppte die Polizei jetzt in der Nähe von Flensburg

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Ob mit offiziellen Flügen oder auf eigene Faust: Auf allen denkbaren Wegen versuchen Tausende Menschen, aus Syrien nach Europa zu fliehen. Jetzt hat die Bundespolizei kurz vor der dänischen Grenze 85 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland in einem Doppeldeckerbus entdeckt. Es handele sich um die größte von der Bundespolizei entdeckte Flüchtlingsgruppe in Schleswig-Holstein seit über zehn Jahren, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Gruppe mit etwa 30 Kindern war nach ersten Erkenntnissen von Italien nach Kopenhagen unterwegs, als sie in der Nacht zu Sonnabend auf dem Parkplatz Altholzkrug gestoppt wurde. Vermutlich waren sie auf dem Weg nach Schweden, das sich Anfang September zur Aufnahme aller Asylbewerber aus Syrien bereit erklärt hatte.

Die drei italienischen Busfahrer wurden wegen Schleusung angezeigt, teilte die Bundespolizei gestern mit. Zudem stellten die Beamten im Bus rund 14 000 Euro sicher. Ob es sich um für die Hilfe bei der Flucht gezahltes Geld handelt, konnte die Bundespolizei nicht mit Sicherheit sagen. Ein Großteil der Flüchtlinge sei inzwischen in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster untergekommen. Es blieb unklar, was weiter mit den Flüchtlingen geschehen soll. Möglicherweise werden sie nach Italien zurück geschickt.

In den vergangenen Monaten waren besonders viele Menschen aus Syrien nach Deutschland gelangt. Erst in der vergangenen Woche wurden 18 Flüchtlinge kurz vor der dänischen Grenze gestoppt. Seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 kamen 18 000 Menschen auf eigene Faust aus dem Bürgerkriegsland nach Deutschland, um hier um Asyl zu bitten. Für sie gelten die normalen Vorgaben für Asylbewerber. Zudem hat sich Deutschland bereiterklärt, bis zum Jahresende 5000 syrische Flüchtlinge gezielt aus dem Krisenland zu holen.

Die in Schleswig-Holstein entdeckten Flüchtlinge sind nach Behördenangaben in relativ guter Verfassung. „Die Menschen waren erschöpft, weil sie mehrere Stunden im Bus gesessen sind. Sie waren erschöpft, aber in einer guten Verfassung. Das bestätigte uns auch ein Arzt“, sagte der Pressesprecher der Bundespolizei in Flensburg, Hanspeter Schwartz, gestern. Die Ermittler hätten die Gruppe in einer vergleichsweise entspannten Situation vorgefunden. „Die Kinder haben mit Luftballons gespielt“, sagte Schwartz.

Auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Flensburg war zwischenzeitlich ein provisorisches Lager mit Feldbetten eingerichtet worden.

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